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Telefonbetrug Landkreis Coburg: Ehepaar durchschaut Schockanruf - Betrügerin war der Polizei bekannt

Landkreis Coburg

Ehepaar durchschaut Schockanruf: Betrügerin war der Polizei bekannt

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    In Ebersburg bei Coburg ist ein Ehepaar nicht auf die Telefonbetrügerin hereingefallen. Stattdessen hat es die Polizei gerufen und geholfen, die Frau festzunehmen.
    In Ebersburg bei Coburg ist ein Ehepaar nicht auf die Telefonbetrügerin hereingefallen. Stattdessen hat es die Polizei gerufen und geholfen, die Frau festzunehmen. Foto: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

    Am Donnerstag hat die Polizei eine mutmaßliche Telefonbetrügerin in Ebersdorf bei Coburg festgenommen. Das teilte das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Ein angerufenes Ehepaar durchschaute den Betrug und kooperierte mit der Polizei.

    Nach Schockanruf: Telefonbetrügerin wird bei Geldübergabe festgenommen

    Bei der mutmaßlichen Täterin handelt es sich um eine 22-jährige Frau. Am Nachmittag rief sie ein Ehepaar aus Ebersdorf bei Coburg an und nutzte die „Unfallmasche“, um dem Ehepaar einen größeren Geldbetrag zu entlocken.

    Die Eheleute durchschauten die Masche jedoch und kontaktierten die Polizei. Mit der mutmaßlichen Betrügerin vereinbarten sie die vermeintliche Geldübergabe. Als die 22-Jährige gegen 17 Uhr bei dem Ehepaar eintraf, nahmen die Beamten die Frau vorläufig fest.

    Mutmaßliche Betrügerin ist polizeibekannt

    Nach der vorläufigen Festnahme stellte sich heraus, dass gegen die mutmaßliche Betrügerin bereits ein Haftbefehl des Amtsgerichts Augsburg vorliegt, wegen des Verdachts des Betrugs aus einem ähnlichen Fall. Im Laufe des Freitags soll die Frau nun einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Augsburg vorgeführt werden.

    In Ebersdorf bei Coburg ist eine 22-Jährige wegen des Verdachts des Betrugs festgenommen worden.
    In Ebersdorf bei Coburg ist eine 22-Jährige wegen des Verdachts des Betrugs festgenommen worden. Foto: Soeren Stache, dpa (Symbolbild)

    Telefonbetrug: Das sind die häufigsten Maschen

    Schockanrufe und ähnliche Betrugsmaschen sind längst kein Einzelfall. Die Betrüger haben es dabei besonders auf ältere Menschen abgesehen. Dabei werden sie immer kreativer. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Betrugsmaschen. Die folgenden Maschen kommen laut Polizei kommen häufig vor.

    Der Schockanruf oder die „Unfallmasche“

    Wie in dem Fall aus Ebersdorf bei Coburg geht es bei einem Schockanruf vor allem um die Emotionen der Opfer. Dabei gibt der Betrüger vor, dass ein nahestehender Angehöriger der Opfer einen - zum Teil auch tödlichen - Unfall verursacht habe. Um zu verhindern, dass der Angehörige festgenommen wird, müsse eine hohe Kaution gezahlt werden. Diese würde von den Betrügern abgeholt oder müsse von den Opfern sofort an ein betrügerisches Bankkonto überwiesen werden. Häufig setzen die Betrüger ihre Opfer unter Druck und drängen sie dazu, schnell das Geld zu übergeben.

    Die „Neue-Nummer“

    Die Opfer dieser Masche werden häufig per SMS oder einem Nachrichtendienst kontaktiert. Dabei geben sich die Betrüger als Tochter oder Sohn aus und behaupten, nun eine neue Nummer zu haben und dringend Geld für diverse Notfälle zu brauchen. Auch hier geht es meistens um eine Sofort-Überweisung, die die Betrüger verlangen.

    Die Maschen der Telefonbetrüger sind vielfältig.
    Die Maschen der Telefonbetrüger sind vielfältig. Foto: Christin Klose, dpa (Symbolbild)

    Falsche Polizisten

    Hierbei täuschen die Betrüger Notfälle vor, zum Beispiel eine Einbruchsserie in der Nachbarschaft oder mögliches Falschgeld, das überprüft werden muss. Die falschen Beamten überzeugen ihre Opfer am Telefon, dass ihr Vermögen in den Händen der Polizisten sicherer sei. Bei der Übergabe halten sie den Schein aufrecht, der Betrug fällt erst hinterher auf.

    Falsche Mitarbeiter (Bank, Amazon oder ähnliches)

    Auch hier geben sich die Betrüger als jemand aus, der sie nicht sind. Sie rufen vermeintlich im Auftrag einer Bank oder eines Unternehmens an und geben vor, dass ein Problem vorliegt oder ihre Opfer gerade etwas gewonnen haben. Auf diese Weise erschleichen sich die Betrüger das Vertrauen ihrer Opfer und bringen sie dazu, ihnen Kontodaten zugänglich zu machen oder Geld zu überweisen.

    Im Zweifel gilt: Opfer sollten die Notrufnummer 110 wählen.
    Im Zweifel gilt: Opfer sollten die Notrufnummer 110 wählen. Foto: picture alliance / Sophia Weimer, dpa (Symbolbild)

    Betrüger am Telefon: Wie verhalte ich mich richtig?

    Die Polizei warnt ausdrücklich vor Telefonbetrügern. Wer Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden ist, sollte Folgendes tun:

    • Auflegen, wenn man sich unsicher ist oder sich unter Druck gesetzt fühlt.
    • Den Angehörigen, der in „Schwierigkeiten steckt“, unter der bekannten Nummer anrufen und sich rückversichern.
    • Niemals am Telefon über persönliche (Kinder, Freunde, Ehepartner) oder finanzielle Verhältnisse sprechen. So führen Opfer die Betrüger auf mögliche Fährten.
    • Niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben.
    • Misstrauisch werden, wenn die Polizei oder Feuerwehr vermeintlich unter den bekannten Notrufnummern anruft. Das passiert nie.
    • Wenn Zweifel bestehen: Eine Vertrauensperson hinzuziehen und die Polizei über den Notruf 110 informieren.

    Durch Computerprogramme und Künstliche Intelligenz fällt es Betrügern immer leichter, Angehörige glaubhaft zu imitieren oder ihren Betrugsanruf authentisch aussehen zu lassen. Grundsätzlich gilt deshalb, sich am Telefon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und im Zweifelsfall die Polizei zu kontaktieren.

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