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Borna-Virus in Bayern: Es gibt immer wieder Infektionen

Infektionskrankheit

„Stiller Killer“: Borna-Virus in Bayern – wie sich Menschen genau infizieren, ist noch immer unklar

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    An einer Infektion mit dem sogenannten Borna-Virus sind in Bayern bereits Menschen gestorben.
    An einer Infektion mit dem sogenannten Borna-Virus sind in Bayern bereits Menschen gestorben. Foto: Kay Nietfeld, dpa (Symbolbild)

    Bei ihnen denken viele Menschen nicht zuerst an eine gefährliche Infektionskrankheit: Feldspitzmäuse. Doch Augsburger Forscherinnen und Forscher warnen davor, das durch die Nagetiere übertragene Virus zu unterschätzen. Das Borna-Virus sei ein „stiller Killer“, zitierte BR24 die Neuropathologin Friederike Liesche-Starnecker von der Uniklinik Augsburg. Die Wissenschaftlerin hat zu dem Erreger geforscht. Auch, wenn eine Erkrankung selten vorkommt, dürfte das Virus keinesfalls unterschätzt werden, so Liesche-Starnecker. Denn in den meisten Fällen endet eine solche tödlich.

    Im Jahr 2025 erkrankten laut des Robert Koch-Instituts in Deutschland fünf bis zehn Menschen am Borna-Virus. „Die meisten menschlichen Fälle kommen aus einem Gebiet, das Südbayern einschließt“, sagt Liesche-Starnecker. Auch im Raum Augsburg seien im Nachhinein Fälle nachgewiesen worden. Sie rät zu bestimmten Vorsichtsmaßnahmen.

    Borna-Virus: Noch viele offene Fragen zu Ausbreitungswegen im Körper

    Erst im Herbst 2025 war ein 57-Jähriger in Bayern laut dem Deutschen Ärzteblatt an dem seltenen Virus gestorben. Und nur wenige Monate zuvor starben deswegen zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Die Erkrankung führt zu einer starken Entzündung des Gehirns. „Wenn es einen erwischt, dann schwer“, meint die Neuropathologin der Uniklinik Augsburg.

    Bruno Märkl, Chef des Pathologischen Instituts der Augsburger Uniklinik, erklärte dem Bayerischen Rundfunk, dass es zu den möglichen Ausbreitungswegen im Körper noch viele offene Fragen gebe. Zwar sei das Virus über die Entnahme von Blut oder Rückenmarkflüssigkeit zügig nachzuweisen. Doch der Ansteckungsweg ist weiter unklar.

    Eine Rolle könnte nach der Einschätzung von Expertinnen und Experten die Übertragung durch das Einatmen von kontaminiertem Staub spielen. Auch Schmierinfektionen, also direkter Kontakt mit den Ausscheidungen der Feldspitzmaus, sind ein möglicher Weg.

    Borna-Virus: Expertin rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen

    Wie das Robert Koch-Institut festgestellt hat, treten „Erkrankungsfälle bei Patientinnen und Patienten auf, die am letzten Haus oder in der Nähe des letzten Hauses am Rande eines Dorfs und ländlicher Umgebung gewohnt haben“, zitiert der BR die Neuropathologin Friederike Liesche-Starnecker. Dies sei der bislang einzige bekannte signifikante Risikofaktor, da sich dort auch Feldspitzmäuse vermehrt aufhalten würden. Durch eine mögliche Nahrungssuche im Wohnraum, könnte so der Kontakt zum Menschen hergestellt werden.

    Aufgrund der Gefahren sollten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Liesche-Starnecker zählt folgende dazu:

    • tote Spitzmäuse mit Desinfektionsspray besprühen und mit Handschuhen in einer Plastiktüte entsorgen
    • Komposthaufen möglichst weit entfernt vom Haus aufstellen
    • Katzen- oder Hundefutter nicht im Freien aufbewahren

    Früher war das Virus als Pferdekrankheit bekannt. Erst 2018 wurde das Borna-Virus zum ersten Mal als Ursache für schwere Gehirnentzündungen beim Menschen nachgewiesen.

    Die Behörden sind bislang ratlos, wie es zur Infektion mit dem seltenen Virus kam. Jetzt sind zwei Männer gestorben – beide aus Pfaffenhofen an der Ilm.

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