Anfang Mai hat sich in Bayern eine Person mit dem gefährlichen Bornavirus angesteckt. Wie das Landratsamt im niederbayerischen Landkreis Regen damals mitteilte, war eine 79 Jahre alte Person auf der Intensivstation. Laut Medienberichten ist sie wohl verstorben.
Landratsamt Regen meldet schweren Bornavirus-Fall
Am 18. Mai meldete das Landratsamt den Krankheitsfall. Schon wenige Tage später, am 22. Mai, schrieb die Passauer Neue Presse, dass der Patient oder die Patientin nach Informationen der Mediengruppe Bayern, zu der die Zeitung gehört, verstorben sei. Eine Bestätigung des Landratsamts in Regen gab es bislang nicht.
Der dortige Amtsarzt versicherte im Mai: „Da das Virus sich nicht von Mensch zu Mensch verbreitet, besteht keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung.“ Wie sich die Person angesteckt hat, ist bislang nicht bekannt. Für eine Infektion mit dem Bornavirus ist kein direkter Kontakt zu einer Spitzmaus nötig – denkbar ist eine Übertragung durch Ausscheidungen. Aber auch durch Bissverletzungen ist eine Infektion möglich.
Das Bornavirus führt bei Menschen zu einer schweren Gehirnentzündung. Wer sich mit dem gefährlichen Virus ansteckt, fühlt sich zunächst krank. Im weiteren Verlauf treten neurologische Symptome auf, wie Sprachprobleme oder motorische Störungen, bis der Erkrankte nach wenigen Tagen oder Wochen in ein Koma fällt. Infektionen sind zwar selten, enden aber meist tödlich. Eine Impfung oder wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt es bislang nicht.
Gesundheitsbehörden warnen vor Kontakt mit Spitzmäusen
Gesundheitsbehörden raten, den Kontakt zu lebenden oder toten Spitzmäusen zu meiden und diese nicht mit bloßen Händen zu berühren. Bei einem möglichen Kontakt mit Ausscheidungen, sollte man vorsorglich eine FFP2- oder FFP3-Maske tragen. Beispielsweise beim Kehren von Schuppen oder ähnlichen Räumen, in denen sich die Nager aufhalten könnten. Um eine tote Feldmaus zu entsorgen, sollte man das Tier erst mit Reinigungs- oder Desinfektionsmittel benetzen und in einer verschlossenen Plastiktüte entsorgen.
Erst kürzlich sind zwei Menschen in Schwaben an dem Virus gestorben. Einer von ihnen war ein Mann aus Augsburg. Aktuell sind zwei weitere Fälle aus Augsburg bekannt. Obwohl die Fallzahlen niedrig sind, gilt Bayern bundesweit als besonders betroffen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken jährlich fünf bis zehn Menschen am Bornavirus – vorwiegend in Schwaben.
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