Zwei Männer aus Unterfranken sind im 130 Kilometer entfernten Donauwörth unter einen furchtbaren Verdacht geraten: Ermittler werfen den beiden 35 und 37 Jahre alten Verdächtigen 17-fachen versuchten Mord durch Brandstiftung in einem Mehrfamilienhaus in Donauwörth im Mai 2025 vor. Die Polizei nahm die beiden Männer Ende Juli in Würzburg fest. Seither sitzen die beiden Männer in Untersuchungshaft. Den beiden Verdächtigen soll nach Informationen unserer Redaktion das Haus in Donauwörth gehört haben.
Ein Mann flüchtete vor dem Feuer aufs Dach
In einer angeblich unbewohnten Wohnung des Mehrfamilienhauses war laut Polizeibericht in der Nacht des 13. Mai 2025 ein Brand ausgebrochen, der zu einem großen Feuerwehr- und Rettungseinsatz führte. Es waren dramatische Szenen, die sich in der Nacht abspielten: Rauch quoll aus dem Gebäude, in dem sich auf drei Etagen Wohnungen befinden. Menschen hielten sich Tücher vor ihre Gesichter und stürmten ins Freie.
Ein Mann kletterte auf das steile Dach des Hauses und musste von der Feuerwehr mit der Drehleiter gerettet werden. Ein anderer Bewohner schlief so fest, dass die Rettungskräfte die Wohnungstüre aufbrechen und ihn regelrecht aus dem Bett holen mussten. Die Feuerwehr konnte das Feuer rasch löschen.
17 Personen vor den Flammen in Donauwörth gerettet
Die Kripo Dillingen übernahm nach dem Brand die Ermittlungen. Dabei ergab sich ein schlimmer Verdacht: Möglicherweise hatten zwei Männer in dem Haus absichtlich Feuer gelegt. Das Duo kam in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: besonders schwere Brandstiftung. Laut Polizei „erhärtete sich der Tatverdacht einer vorsätzlichen Brandstiftung gegen die zwei 35 und 37 Jahre alten Männer“. Ein Sprecher des Landgerichts Augsburg sagte auf Nachfrage: In der inzwischen fertigen Anklage stehe zwar der Vorwurf des 17-fachen versuchten Mordes nicht wörtlich. Pressesprecher Michael Rauh bestätigte aber: „Es geht um versuchten Mord und besonders schwere Brandstiftung. Die Tatsache, dass sich 17 Personen – nach Anklageschrift – im Haus befunden haben sollen, ist zutreffend.“
Die beiden Angeklagten werden von Würzburger Anwälten verteidigt. Klaus Spiegel, einer der Anwälte, legte auf Nachfrage dieser Redaktion Wert auf die Feststellung: „Für meinen Mandanten gilt bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung.“ Der Anwalt sei zuversichtlich, „dass die Hauptverhandlung die Wahrheit ans Licht bringt“. Mit einem Prozessbeginn am Landgericht Augsburg ist aber erst nach den Sommerferien zu rechnen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren