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Dauerproblem Lehrkräftemangel: Die Lücke wird in den nächsten Jahren noch größer

Bildungspolitik

Dauerproblem Lehrkräftemangel: In Bayern ist keine Entspannung in Sicht

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    Auch in diesem Jahr kann der Freistaat Bayern mehr als 1000 frei werdende Lehrerstellen mangels qualifizierter Bewerber nicht wiederbesetzen.
    Auch in diesem Jahr kann der Freistaat Bayern mehr als 1000 frei werdende Lehrerstellen mangels qualifizierter Bewerber nicht wiederbesetzen. Foto: Caroline Seidel-Dißmannel, dpa

    Der Lehrkräftemangel ist in Bayern längst ein Dauerproblem – und dürfte sich in den nächsten Jahren eher noch verschärfen. Das geht aus dem aktuellen „Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung“ des Kultusministeriums hervor. Erschwerend kommt hinzu, dass der Freistaat im Jahr 2026 zur Vermeidung neuer Schulden keine zusätzlichen Beamtenstellen schaffen will – was trotz steigender Schülerzahlen auch an Bayerns Schulen gelten soll.

    Laut Kultusministerium wird es über alle Schularten hinweg schon in diesem Jahr bis zu 1080 etwa durch Ruhestand frei werdende Vollzeit-Lehrerstellen geben, die mangels qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber nicht wiederbesetzt werden können. Genügend Nachwuchs-Lehrkräfte gibt es demnach aktuell nur an Grund- und Realschulen.

    An den Grundschulen soll sich die Entspannung auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Vor allem, weil die Schülerzahlen nicht mehr so stark steigen. Die Befristung bestehender Verträge von Lehrkräften soll dort deshalb reduziert werden. Umstrittene dienstrechtliche Maßnahmen wie Einschränkungen bei Teilzeitregelungen sollen zunächst aber bestehen bleiben – weil damit derzeit Vollzeitstellen im dreistelligen Bereich kompensiert werden.

    Entspannung an den Grundschulen: Lehrkräfte sollen in andere Schularten wechseln

    Da bald schon nicht mehr alle Absolventen und Absolventinnen für das Grundschullehramt eingestellt werden können, soll den Studierenden schon frühzeitig ein Umstieg in die Mittel- oder Förderschule schmackhaft gemacht werden. Denn dort droht sich der Lehrkräftemangel sogar noch zu verschärfen.

    So könnte sich die Anzahl der nicht zu besetzenden Stellen an den Mittelschulen von 210 in diesem Jahr schon 2027 auf 470 erhöhen. Auch an den Förderschulen könnte die Lehrer-Lücke von aktuell 80 ab 2028 auf bis zu hundert Stellen im Jahr anwachsen.

    An den Mittelschulen könnte der unheilvolle Mix aus Nachwuchsmangel und Stellenmoratorium angesichts stark steigender Schülerzahlen ab Herbst zu größeren Klassen führen. Als Gegenmaßnahme hält das Ministerium – wie auch an den Förderschulen – an Teilzeit-Einschränkungen fest und möchte weiter Quereinsteiger anwerben.

    An den Realschulen gibt es zwar aktuell noch genügend Lehrkräfte-Nachwuchs. Bis 2029 könnte die Bewerberlücke jedoch auf 220 Stellen anwachsen. Diese Lücke soll vor allem durch Einschränkungen im Unterrichtsangebot geschlossen werden. An welchen Kursen gespart wird, sollen die Schulen in Eigenverantwortung entscheiden. Ähnliches gilt auch für Berufsschulen: Dort droht die Lehrkräftelücke von aktuell 50 auf bis zu 390 im Jahr 2029 anzuwachsen.

    Bleiben freiwillige Teilzeit-Einschränkungen an den Gymnasien bestehen?

    Vor einer speziellen Herausforderung stehen die Gymnasien, denn hier ist durch die nun komplett eingeführte Verlängerung auf neuen Schuljahre eine besonders große Besetzungslücke von aktuell 740 Stellen entstanden. Sie wird in den nächsten Jahren zwar schrumpfen, aber nicht verschwinden.

    Durch freiwillige Teilzeitaufstockungen konnten 2025 an den Gymnasien rund 260 Vollzeitstellen kompensiert werden. Ob diese freiwillige Mehrarbeit dauerhaft bestehen bleibt, muss sich zeigen. Die Alternative wären jedoch vor allem Einschränkungen im Unterrichtsangebot, bei Wahlmöglichkeiten oder Zusatzangeboten von Theater bis Orchester.

    Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) verspricht zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung, „unsere Lehrkräfte weiter zu entlasten und ihnen mehr Zeit für ihre Kernaufgabe, den Unterricht, zu geben“. Bei der Reduzierung von Teilzeit setzt die Ministerin weiter auf Freiwilligkeit. Angesichts des andauernden Nachwuchsmangels will man im Kultusministerium jedoch mittelfristig auch Zwangsmaßnahmen wie etwa eine Erhöhung der Unterrichtsstunden pro Lehrkraft nicht völlig ausschließen.

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