Anmerkung der Redaktion: Dieser Text zählt bei unseren Leserinnen und Lesern zu den beliebtesten Stücken und wird deshalb immer wieder ausgespielt.
Wer auf Bayerns Straßen unterwegs ist, lernt schnell: Platz ist relativ. Während sich auf manchen Landstraßen Autos Stoßstange an Stoßstange durch Dörfer und Kleinstädte schlängeln, können andernorts gleich bisweilen fünf Spuren gleichzeitig benutzt werden. Ob Landstraße oder Autobahn: Bayern kann schmal, Bayern kann aber auch sehr breit. Doch wo verlaufen eigentlich die Straßen mit den meisten Fahrspuren im Freistaat?
Die breiteste Autobahn Bayerns: Die A99
Wem selbst der Überholer des Überholers noch zu langsam ist, der dürfte auf der A99 zwischen dem Kreuz München-Nord und Kirchheim großes Glück verspüren. Denn hier ist die Autobahn auf beiden Seiten auf jeweils vier Fahrspuren ausgebaut. Der Standstreifen kommt noch hinzu. Dieser kann in Spitzenzeiten ebenfalls für den Verkehr freigegeben werden - dann ist die A99 auf diesem Teilabschnitt zehnspurig und somit die Autobahn in Bayern mit den meisten Fahrspuren.
Geplant wurde die „Ringautobahn München“ bereits in den 1930er Jahren, der Bau kam wegen des Zweiten Weltkrieges jedoch kaum über erste Vorarbeiten hinaus. Erst ab den 1970ern wurde sie verstärkt ausgebaut. Los ging es mit dem westlichen Teil zwischen dem Dreieck München-Südwest und dem Kreuz München-West, damals mit jeweils drei Fahrspuren. Ausnahme: Der Abschnitt zwischen den Dreiecken München-Südwest und München-Allach wurde zunächst nur mit zwei Spuren gebaut. Bis heute hat die Autobahn im Kreuz München-Nord selbst nur insgesamt vier Spuren und gehört somit zu den engsten Abschnitten der A99.
Der Ostring vom Kreuz München-Nord bis zum Kreuz München-Süd wurde jedoch direkt mit einem überbreiten Mittelstreifen gebaut, um eine spätere Erweiterung auf eine achtspurige Autobahn zu ermöglichen. Zwischen Kirchheim und dem Kreuz München-Süd kann sie dagegen bei zähem Verkehrsfluss von jeweils drei auf vier Spuren erweitert werden.
Die ersten Pläne sahen übrigens eine komplette Ringautobahn vor, doch der Ring ist bis heute nicht geschlossen. Nach einigem zähen politischen Ringen wurden die Pläne zum Ringschluss 2010 vom damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gestoppt. Im Westen zwischen dem Autobahndreieck München-Süd-West und dem Autobahnkreuz München-West soll die Autobahn indes auf sechs Spuren erweitert werden. Bis es soweit ist, müssen sich Autofahrerinnen und -fahrer wohl auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Und das auf einer Autobahn, die ohnehin schon für bisweilen sehr zähen Verkehr und Stau bekannt ist. Etwa 160.000 Fahrzeuge passieren die A99 täglich. Sie ist somit auch die am stärksten befahrene Autobahn Bayerns.
Die breiteste Straße innerhalb einer Stadt: Der Mittlere Ring München
Es dürfte wenig überraschend sein: Die meisten Fahrspuren in einer bayerischen Stadt hat der Mittlere Ring in München, die Bundesstraße 2R. 29,2 Kilometer ist sie lang und an den meisten Abschnitten vierspurig. An einigen Stellen können es jedoch bis zu zehn Spuren werden, etwa an der Schenkendorfstraße in Schwabing-Freimann zwischen dem Petuelring und Isarring.
Achtspurig wird es etwa auf dem Georg-Brauchle-Ring zwischen Landshuter Allee und Lerchenauer Straße oder auf der Donnersbergerbrücke. Siebenspurig ist der Mittlere Ring entlang der Brudermühlstraße.
Der gesamte Ring ist trotz reichlich Platz die staureichste Straße Deutschlands. Insbesondere im Berufsverkehr brauchen Autofahrerinnen und -fahrer hier jede Menge Geduld - und das jeden Tag aufs Neue.
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