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Eisbachwelle in München verschwunden: So soll die beliebte Surfwelle reaktiviert werden

München

Eisbachwelle verschwunden: So soll die beliebte Surfwelle reaktiviert werden

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    Die künstlich angelegte Eisbachwelle im Englischen Garten ist Anziehungspunkt für Surferinnen und Surfer – aber auch für Schaulustige. Aktuell ist Wellenreiten hier unmöglich.
    Die künstlich angelegte Eisbachwelle im Englischen Garten ist Anziehungspunkt für Surferinnen und Surfer – aber auch für Schaulustige. Aktuell ist Wellenreiten hier unmöglich. Foto: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

    Eine grüne, nahezu glatte Wand aus Wasser hätte es sein müssen. Eine Welle, die sich quer über den Bach zieht, die die Surferinnen und Surfer auf ihren Brettern trägt. „Eben eine starke Welle“, sagt Franz Fasel, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM). Doch die Eisbachwelle bot übers Wochenende ein anderes Bild. Statt grüner Wand war hier nichts als weißer Schaum zu sehen. Von der sonst so starken Surfwelle? Keine Spur. Das soll sich nun wieder ändern.

    Die Welle soll repariert werden. Ein erster Versuch sei für die kommenden Tage vorgesehen, sagte Mathias Schmidt von der IGSM nach einem Gespräch mit Vertretern von Stadt und Freistaat. Die Idee sei, die Wassertiefe des Eisbaches temporär künstlich zu erhöhen, um zu sehen, ob sich die Welle dann wieder aufbaut – und in der Hoffnung, dass sie auch bestehen bleibt, wenn der Wasserstand später wieder auf seine natürliche Höhe zurückgeht, erläuterte Schmidt. Sollte das nicht klappen, gebe es Überlegungen für eine weitere Variante im Zusammenspiel der Wasserstände von Eisbach und Schwabinger Bach. Das Baureferat kündigte für den Nachmittag eine Rückmeldung zu dem Treffen an.

    Pegelstand zeitweise bei 1,21 Metern: zu niedrig zum Surfen

    Unklar bleibt vorerst, warum die Eisbachwelle verschwunden ist. „So konnte man unmöglich surfen“, resümierte Fasel noch nach dem Wochenende. Der Pegelstand war zu niedrig, die Welle zu schwach. Statt der von Surferinnen und Surfern erwünschten 1,50 Meter stand das Wasser zeitweise gerade mal 1,21 Meter hoch. Das zeigen Daten des Hochwassernachrichtendienstes Bayern. Dabei hätte die Eisbachwelle am Freitagabend nach mehrtägigen Arbeiten im Bachbett wieder für Surferinnen und Surfer öffnen sollen. Zusätzlich sollte erstmals ein rund zehn Meter hoher Flutlichtmast die Fläche am Haus der Kunst bis 22 Uhr erleuchten. Die Vorfreude unter den Surferinnen und Surfern war groß, erzählt Fasel. Und jetzt? „Jetzt ist unsere Stimmung natürlich erstmal schlecht.“

    Für die Interessengemeinschaft ist es ein weiterer Tiefpunkt in diesem für sie so aufwühlenden Jahr. Nachdem im Frühjahr eine 33-Jährige bei einem Surfunfall im Eisbach ums Leben gekommen war, war die Welle, die zu einer Touristenattraktion in München geworden ist, für Monate gesperrt. Ende Juni wurde sie wieder freigegeben, allerdings mit klaren Regeln: Von 5.30 Uhr bis 22 Uhr ist Surfen erlaubt, nachts bleibt es verboten. Der jetzt errichtete Flutlichtmast soll für mehr Sicherheit sorgen. Über die zusätzliche Beleuchtung freuen sich Fasel und seine Vereinskollegen – wenn sie doch nur wieder surfen könnten.

    „Weiße Schaumwalze“ sorgt für schlechte Stimmung unter Surfern

    Warum die Surfwelle verschwunden ist, darüber konnte der Vorsitzende auch nur Theorien aufstellen. Er ging zunächst noch von einer Störung an einem Wehr aus, nachdem das Wasser mit dem Abschluss der Bachauskehr am Freitagabend wieder aufgedreht worden war. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Pegelstand rund 1,38 Meter. „Das ist das Mindeste an Wasser, was wir zum Surfen brauchen“, betont Fasel. Jedoch sei das Wasser da schon mit „zu wenig Kraft“ angekommen. An der Stelle, wo sich sonst die grüne Wellenwand auftürmt, blickten die Surferinnen und Surfer auf eine „weiße Schaumwalze“. In der Nacht auf Sonntag sank der Pegel weiter. „Dann kam schlagartig wieder mehr Wasser“, berichtet Fasel. Bis Montagmittag stieg er auf rund 1,45 Meter. Für die Surferinnen und Surfer war das zumindest eine Verbesserung, aber noch lange kein Idealzustand. „Optimal sind 1,50 Meter.“

    Hatte die Bachauskehr Auswirkungen auf die Strömung?

    Laut Fasel würde die Eisbachwelle bereits auf kleinste Veränderungen, zum Beispiel im Bachbett, empfindlich reagieren: „Wir haben die Vermutung, dass durch die Arbeiten im Rahmen der Bachauskehr die Strömung verändert wurde.“ Für die Säuberung ist das Baureferat der Stadt München verantwortlich. Das Amt erklärte auf Anfrage, für die Arbeiten den Pegel im Eisbach stark abgesenkt zu haben, um „das Bachbett von Unrat und Sedimenten“ zu befreien. Aber, betont es: Bauliche Veränderungen an der Eisbachwelle selbst oder ihre Seitenbereichen seien nicht vorgenommen worden. Auch nach einer nochmaligen Überprüfung am Montagvormittag habe man keine Veränderungen feststellen können.

    Baureferat erklärt niedrigen Pegelstand mit Wassermangel in der Isar

    Das Baureferat erklärte den niedrigen Pegelstand stattdessen so: „Nach dem Öffnen der Schleusen nach einer Bachauskehr muss sich das gesamte Gewässersystem immer erst wieder vollständig auffüllen.“ Dies nehme einige Zeit in Anspruch. Da die Isar zudem aktuell „eher niedrige Abflüsse“ aufweise, wirke sich der Wasserverlust auch auf den Eisbach aus. Das Baureferat könne hier nur bedingt an den Wehranlagen eingreifen. Es arbeite daran, dass sich „möglichst schnell wieder eine stabile Welle einstellt“.

    In der Zwischenzeit warten Fasel und die anderen Surferinnen und Surfer darauf, endlich wieder wellenreiten zu können. „Wir alle schauen aktuell auf die Eisbachwelle.“ (mit dpa)

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