Im Kommunalwahlkampf ist Dieter Reiter seine nicht genehmigte Tätigkeit als Mitglied des Verwaltungsbeirats und Aufsichtsrats des FC Bayern München auf die Füße gefallen. Jetzt hat die Regierung von Oberbayern ein Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen SPD-Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München eingeleitet.
Der Münchner Stadtrat Stefan Jagel (Linke) hatte, als Reiters Nebentätigkeit beim deutschen Rekordmeister bekannt wurde, eine Beschwerde wegen dienstrechtlicher Verstöße bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Das berichtet BR24.
Disziplinarverfahren gegen Dieter Reiter bei der Regierung von Oberbayern
Ein Sprecher der Regierung von Oberbayern teilte auf BR-Anfrage mit, dass man nun ein Disziplinarverfahren gegen Reiter eingeleitet habe. Der Verdacht bestehe, dass der Ex-Oberbürgermeister gegen Vorschriften des Beamtenrechts verstoßen habe, weil er beim FC Bayern „eine vergütete Tätigkeit ausgeübt hat“ ohne Genehmigung des Stadtrats. „Es liegen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, die den Verdacht eines Dienstvergehens begründen“, sagt der Regierungssprecher der Zeitung tz.
Reiters Anwalt sei über die Einleitung des Disziplinarverfahrens informiert und Münchens Alt-OB wurde die Gelegenheit gegeben, sich zum Verdacht zu äußern. „Nach abschließender Ermittlung des Sachverhalts wird die Regierung von Oberbayern die nächsten Schritte prüfen“, so der Sprecher laut der tz. „Sollte sich ein Dienstvergehen bestätigen, ist über eine etwaige Disziplinarmaßnahme nach pflichtgemäßem Ermessen, insbesondere unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit, zu entscheiden.“ Mögliche Konsequenzen bei Verstößen gegen das Beamtenrecht sind laut tz eine Geldbuße oder eine (Teil-)Streichung der Pension. Bis zum Abschluss des Disziplinarverfahrens gilt aber die Unschuldsvermutung.
In der Kommunalwahl 2026 unterlag Reiter dem Grünen-Politiker Dominik Krause
Dieter Reiter war zwölf Jahre lang Münchens Oberbürgermeister. Sein Engagement für den FC Bayern hatte heftige Kritik ausgelöst. Er war im Verwaltungsbeirat des Fußballvereins und hatte dafür eine Vergütung erhalten – zwischen Ende 2021 und März 2026 waren das insgesamt 90 000 Euro. Das Problem: Reiter hatte den Nebenjob nicht vom Stadtrat genehmigen lassen, wozu er aber verpflichtet gewesen wäre. Wenige Wochen vor der Kommunalwahl hat er außerdem eine Tätigkeit im Aufsichtsrat des FC Bayern begonnen, auch das hatte er dem Stadtrat nicht mitgeteilt. Obwohl der SPD-Politiker seine Mandate beim Rekordmeister niederlegte und die 90.000 Euro, die er dafür bekommen hatte, spendete, konnte er sein Amt nicht retten. In der Kommunalwahl 2026 unterlag er in der Stichwahl dem Grünen-Politiker Dominik Krause.
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