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Gastronomie in Schwaben kämpft: Umsatzrückgang und hohe Preise sorgen für Frust

Gastronomie

Sinkender Umsatz, steigende Preise: So schauen die schwäbischen Wirte auf die Sommersaison

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    Die Sommersaison lief für die Wirtinnen und Wirte in Schwaben nicht gut. Laut Dehoga-Bezirksleiter Johann Britsch liegt das vor allem an den gestiegenen Preisen.
    Die Sommersaison lief für die Wirtinnen und Wirte in Schwaben nicht gut. Laut Dehoga-Bezirksleiter Johann Britsch liegt das vor allem an den gestiegenen Preisen. Foto: Bernd Weißbrod, dpa (Symbolbild)

    Die Tage werden wieder kürzer, das Wetter kühler – auch wenn es noch nicht jeder wahrhaben mag: Der Sommer neigt sich langsam dem Ende entgegen und der Herbst steht vor der Tür. Die Gastronomie in Schwaben blickt mit gemischten Gefühlen auf die heiße Jahreszeit zurück.

    Zwar war das Wetter mit phasenweise brennend heißen Temperaturen im Juni und einem verregneten Juli sowieso nicht besonders glücklich für die Biergarten-Saison. Das ist in den Augen von Johann Britsch, Bezirksvorsitzender Schwaben beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), aber nicht das Hauptproblem. Er stellt knallhart fest: „Die Leute haben nicht mehr so viel Geld und müssen sparen.“

    Bilanz für die Gastronomie in Schwaben: Umsatzrückgang und steigende Kosten

    Tatsächlich offenbaren Zahlen des Statistischen Landesamts, dass die Bayern im ersten Halbjahr 2025 spürbar weniger Geld in den Restaurants ausgegeben haben als im Vergleich zum Vorjahr: Die sogenannte speisengeprägte Gastronomie machte 3,1 Prozent weniger Umsatz – und diese Tendenz zeigt: Es wird eher schlechter als besser. Im direkten Vergleich der Monate Juni 2024 und Juni 2025 sank der Umsatz sogar um vier Prozent.

    Dehoga-Mann Britsch, der selbst einen Landgasthof mit 100 Angestellten im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen betreibt, bestätigt diesen Trend auch für den Bezirk Schwaben: „Der Umsatz ist im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken.“ Seiner Meinung nach ist die gesamtwirtschaftliche Lage der Hauptgrund. Das zeitweise durchaus ungünstige Wetter sieht er höchstens als Randaspekt.

    Das große Problem: „Die Kosten sind enorm gestiegen. Die Personalkosten gehen stark nach oben, sowohl in den Gastronomiebetrieben selbst als auch in der Landwirtschaft – was sich wiederum auf die Preise der Waren auswirkt. Und dann kommen die gestiegenen Energiekosten noch obendrauf.“ Nach einer kurzen Pause fügt er im Gespräch hinzu: „Bei uns kommen Preise an, da müssen wir uns fragen: Wer soll das bezahlen?“

    Johann Britsch betreibt das Hotel-Restaurant Hirsch im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen. Zudem ist er Dehoga-Bezirksleiter für Schwaben.
    Johann Britsch betreibt das Hotel-Restaurant Hirsch im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen. Zudem ist er Dehoga-Bezirksleiter für Schwaben. Foto: Ralf Lienert (Archivbild)

    Besonders auf dem Land hätte auch die Zahl der Geschäftsaufgaben zugenommen, erzählt er. Warum besonders auf dem Land? „Weil dort mehr Betriebe in Familienbesitz sind. Wo in der Stadt oft irgendein anderer Mieter nachrückt, fragt im Familienbetrieb der Nachwuchs: Warum soll ich mir das noch antun? – und schmeißt hin.“

    Immerhin sieht nicht alles düster aus: In der sogenannten Beherbergungsbranche lief es besser als in der Gastronomie. Die Hotels und Pensionen konnten im Vergleich zum Vorjahr leicht zulegen, Johann Britsch beobachtet vor allem einen Anstieg bei der Zahl der Geschäftsreisenden. Und der große Lichtblick: Das Campinggeschäft brummt und machte in der ersten Jahreshälfte 2025 3,1 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. „Das ist ein totaler Trend“, erzählt Britsch – er vermutet, dass der Umsatz im Camping-Bereich sogar noch weiter wachsen werde: „Die Leute schätzen es, beim Camping so ungebunden zu sein.“

    Dehoga-Chef Britsch über Finanzminister Klingbeil: „Da spricht jemand, der keine Ahnung von Wirtschaft hat“

    Was also kann getan werden, um die Gastronomie zu stützen? Die zähe Diskussion um Entlastungen bei der Mehrwertsteuer hat immerhin Früchte getragen. Nach langem Hin und Her kündigte die neue schwarz-rote Koalition schlussendlich an, den in der Corona-Pandemie gesenkten und danach wieder angehobenen Mehrwertsteuersatz auf Speisen ab dem 1. Januar 2026 erneut auf sieben Prozent zu senken. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) forderte aber sogleich, dass die Gastronomen die niedrigeren Abgaben in Form von günstigeren Preisen an die Kundinnen und Kunden weitergeben müssten.

    In den Augen von Johann Britsch ein schlechter Witz: „Für Betriebe, die wirklich überleben wollen, sehe ich da null Chance.“ Die Forderung des Finanzministers bezeichnet er als politisch motiviertes Getue: „Da spricht jemand, der keine Ahnung von der Wirtschaft hat.“ Harte Worte – aber der Frust sitzt tief: „Ich mache das Geschäft schon 48 Jahre“, erzählt er im Gespräch. „Und ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es mal so teuer wird.“

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