Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Jobcenter-Studie: Wie viele Bürgergeld-Empfänger finden Arbeit? Bayern liefert unterschiedliche Antworten

Arbeitsmarkt

Wie viele Bürgergeld-Empfänger finden Arbeit? Bayern liefert unterschiedliche Antworten

  • |
  • |
  • |
  • |
    Das Institut der deutschen Wirtschaft hat sich mehr als 300 Jobcenter genauer angeschaut.
    Das Institut der deutschen Wirtschaft hat sich mehr als 300 Jobcenter genauer angeschaut. Foto: Jens Kalaened, dpa (Symbolbild)

    Fast 400 Einträge umfasst die Liste von Jobcentern in ganz Deutschland, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) näher angeschaut hat, um der Frage auf den Grund zu gehen: Welche Einrichtung vermittelt angesichts ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mehr oder weniger Menschen in den Arbeitsmarkt als angenommen? Vertreter aus Bayern sind dabei prominent platziert: Während das Ranking das Jobcenter in der Stadt Memmingen an erster Stelle sieht, muss weit nach unten gegangen werden, um beispielsweise die Einrichtung in Augsburg zu finden. Was es genau mit der Studie auf sich hat und wo letztlich die schwäbischen Einrichtungen landeten, erfahren Sie in diesem Text.

    Worauf blickt die Jobcenter-Studie?

    In einer neuen Studie hat das IW Vermittlungsergebnisse der Jahre 2020, 2021, 2023 und 2024 zusammengeführt, miteinander verglichen und in Relation zueinander gestellt. Das bundesweite Ranking zeigt nach Ansicht der Experten, wie sehr sich die Integration von Bürgergeld-Empfängern durch die Jobcenter in den Arbeitsmarkt unterscheiden: Während es einigen Einrichtungen gelingt, jeden dritten Empfänger in Arbeit zu bringen, schaffen das andere nur knapp bei jeden siebten.

    Um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen, haben die Autoren eigenen Angaben nach örtliche Gegeben- und Besonderheiten berücksichtigt, etwa wie hoch die Arbeitslosenquote oder wie gut das Stellenangebot ist. Mithilfe eines statistischen Modells hatten sie demnach insgesamt geschaut, „wie stark die Jobcenter ihre strukturellen Voraussetzungen über- oder unterschreiten“. Die geschätzte Integrationsquote wurde dafür von der tatsächlichen Integrationsquote abgezogen.

    Nicht nur das Ranking selbst sei dabei entstanden, sondern allen voran ein Muster erkenntlich geworden, wie IW-Arbeitsmarktexpertin Stefanie Seele in einer Pressemitteilung betont: „Insgesamt integrieren die gemeinsamen Einrichtungen zehn Prozent häufiger in Arbeit als kommunal verwaltete Jobcenter.“ 

    Jobcenter-Studie: Wie schneiden bayerische Einrichtungen ab?

    Memmingen als Jobcenter-Primus bezüglich der Studienfrage weist mit 12,79 Prozentpunkten die größte positive Differenz zwischen tatsächlicher und geschätzter Integrationsquote auf. Bedeutet demnach, dass das dortige Jobcenter „fast 13 Prozentpunkte über dem liegt, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwarten ließen“. Zum Vergleich: Am andere Ende rangiert das Jobcenter der Stadt Pforzheim mit einem Wert von -7,69.

    Und wie sieht es bei anderen bayerischen Vertretern aus? Dem IW-Ranking der Jobcenter-Studie nach liegen allein in der Top 10 folgende Jobcenter aus Bayern:

    • Memmingen, Stadt: 1. Platz; Differenz 12,79 Prozentpunkte
    • Dingolfing-Landau: 2.; 10,72
    • Ansbach: 3.; 9,8
    • Lindau: 5.; 6,15
    • Bayreuth, Stadt: 8.; 5,42
    • Hof: 9.; 5,01
    • Kitzingen: 10.; 4,82

    Des Weiteren tauchen Jobcenter aus Schwaben deutlich dahinter im Ranking auf:

    • Landsberg am Lech, Stadt: 51.; 2,44
    • Neu-Ulm: 70.; 1,97
    • Neuburg-Schrobenhausen: 79.; 1,82
    • Dillingen an der Donau: 169.; 0,3

    Entsprechend ihrer Wertung in der Studie bleiben nachfolgende Jobcenter aus Schwaben hinter den Erwartungen:

    • Ingolstadt, Stadt: 214.; -0,46
    • Günzburg: 266.; -1,07
    • Donau-Ries: 277., -1,23
    • Augsburg: 302.; -1,64
    • Aichach-Friedberg: 374.; -3,95
    • Augsburg, Stadt: 382.; -4,43

    Nach Institutsangaben stammen die Zahlen aus Sonderauswertungen der Bundesagentur für Arbeit, aus den vierteljährlich veröffentlichten Kennzahlen und Ergebnissen gemäß des Sozialgesetzbuchs sowie eigenen Recherchen. Finanziell unterstützt wurde die Studie durch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 1 Kommentar
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren