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Kinder krank, Mutter zu Hause? Appell eines Vaters an alle Väter!

Kommentar

Väter, bleibt auch mal zu Hause, wenn die Kinder krank sind!

Michael Stifter
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    Das Kind hat Fieber, wer bleibt jetzt zu Hause? Meist sind es die Mütter, besonders in Bayern.
    Das Kind hat Fieber, wer bleibt jetzt zu Hause? Meist sind es die Mütter, besonders in Bayern. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

    Und am Ende ist es halt doch immer so wie immer. Das Kind hängt morgens in den Seilen, das Fieberthermometer bewegt sich im roten Bereich und die Eltern müssen in der allgemeinen Hektik entscheiden, wer spontan zu Hause bleibt. In unglaublichen 77 Prozent aller Fälle lautet die Antwort: Die Mutter kümmert sich, ruft in der Schule oder im Kindergarten an, gibt den Kollegen Bescheid, dass sie heute nicht kommen kann, sagt das Fußballtraining des kränkelnden Helden ab und macht sicherheitshalber gleich einen Termin beim Kinderarzt – nur für den Fall, dass das Fieber steigt. In keinem anderen Bundesland springen so selten die Väter ein, wenn es darauf ankommt wie in Bayern.

    Die Mama kümmert sich, samt Fiebersaft und Kuscheltherapie

    Ja, natürlich geht es dabei oft ganz banal ums Geld. Meistens arbeiten die Männer mehr Stunden, meistens sind sie es, die mehr verdienen. Also beantragen lieber die Frauen das Kinderkrankengeld. Das rechnet sich eben besser. Aber wenn wir Papas ganz ehrlich zu uns sind, dann ist es halt auch ziemlich bequem, den Mamas die Betreuung zu überlassen, samt Suppe, Fiebersaft und Kuscheltherapie. Und dann fühlen wir uns auch noch wahnsinnig aufmerksam, wenn wir nachmittags daran denken, eine Nachricht zu schicken, um nach der Lage daheim zu fragen. Wohl wissend, dass wir nichts an selbiger ändern werden.

    Klar, das ist jetzt alles überspitzt und wer selber Kinder hat, weiß natürlich, wie auch die Väter mitleiden, wenn die Kleinen blass und antriebslos auf dem Sofa rumhängen. Und natürlich geht es auch um Verantwortung im Job, um Verlässlichkeit. Um das Gefühl, die Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich, den wichtigen Termin nicht sausen lassen zu können. Und doch ist der reine Befund einer aktuellen AOK-Studie eindeutig: Fast immer sind es die Mütter, die den Laden am Laufen halten.

    Mütter haben auch sonst die Care-Arbeit am Hals

    Diese vermeintliche Selbstverständlichkeit ist ein echtes Problem. Für die Frauen, die ja auch sonst so oft mit Orgakram und „Care-Arbeit“ alleingelassen werden. Aber auch für die Männer. Weil: Wer nie da ist, wenn es brennt, muss sich nicht wundern, wenn die Kinder ganz tief in sich drinnen das Gefühl abspeichern, dass sie sich im Notfall vor allem auf die Mama verlassen können. Eine vertane Chance!

    Deshalb ein Appell an alle Papas da draußen: Kümmert euch um die Kinder, wenn sie krank sind. Seid da, wenn es irgendwie geht. Wenigstens ab und zu. Nicht, um die Mutter zu entlasten, denn es sind ja nicht ihre, sondern Eure Kids. Nicht, um sich modern zu fühlen. Sondern für euch selbst. Im besten Fall entsteht dadurch eine besondere Verbindung zu Euren Töchtern oder Söhnen. Eine Verbindung, die ein Leben lang hält.

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