Der Gegensatz könnte brutaler nicht sein: Vor einigen Jahren noch war Alfons Schuhbeck einer der Stars der Münchner Schickimicki-Szene. Freunde berichten von einem extrem fleißigen, hilfsbereiten, großzügigen, charismatischen Menschen. Nun hat ein gebrochener Mann seine zweite Haftstrafe innerhalb weniger Jahre kassiert – eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Seine frühere Verurteilung ist eingerechnet. Schuhbeck steht mit 76 Jahren vor den Trümmern seines Lebens. Er ist unheilbar an Krebs erkrankt, hat alle Firmen verloren und ist hoffnungslos verschuldet – der Insolvenzverwalter spricht von 27 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Sollte man Mitleid mit dem Menschen Alfons Schuhbeck haben? Ja, unbedingt.
Der andere Schuhbeck ordnete seiner Geltungssucht alles unter
Doch es gibt den anderen Schuhbeck. Den Egoisten, den Jähzornigen, den Blender. Den Mann, der seiner Geltungssucht alles andere unterordnete. Dieser Schuhbeck fuhr ein Firmenimperium mit Karacho an die Wand. Die Legende vom guten Koch, aber leider lausigen Geschäftsmann? Unglaubwürdig angesichts der hohen kriminellen Energie, mit der der frühere Fernsehstar über Jahre in seinen Betrieben vorgegangen ist. Wer hat ihn daran gehindert, seine Buchhaltung mit professioneller Hilfe in den Griff zu kriegen?
Schuhbeck betrog den Staat und zog andere mit ins Verderben
Diesem Schuhbeck war das Schicksal anderer egal. Er betrog den Staat, zog Lieferanten und Handwerker durch seine Insolvenzverschleppung mit ins Verderben. Sollte man Mitleid mit dem Geschäftsmann Alfons Schuhbeck haben? Nein, auf keinen Fall.
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