Wohin das Kreuzchen? Der Wahl-O-Mat zählt zu den beliebtesten Orientierungshilfen, wenn es vor einer Wahl darum geht, herauszufinden, welche Partei am besten zu den eigenen politischen Ansichten passt. Das Tool der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) gibt es für Landtags-, Bundestags- und Europawahlen – doch bei der Kommunalwahl 2026 in Bayern und generell bei Kommunalwahlen sucht man es vergebens. Warum?
Der Grund liegt unter anderem in der Natur der Wahl: Sie ist sehr kleinteilig. Bei der Kommunalwahl stimmen Menschen über neue Bürgermeister, Gemeinde- und Stadträte, Landrätinnen und Kreistage ab – und das jeweils für ihren eigenen Heimatort und Heimatlandkreis. Die Wahl findet zwar flächendeckend in Bayern statt, doch in jeder einzelnen Kommune stehen unterschiedliche Parteien und Kandidaten zur Wahl. Allein in Bayern gibt es 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte mit knapp über 2000 Gemeinden, für die alle unterschiedliche Wahlhilfen entwickelt werden müssten.
Wahl-O-Mat: Nicht für die Kommunalwahl 2026 in Bayern
Eine Sprecherin der bpb erklärt: „Für die Erstellung von Wahl-O-Mat-Versionen zu fast allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen kann die bpb die notwendigen personellen sowie finanziellen Ressourcen einbringen, die Vielzahl an Kommunalwahlen im gesamten Bundesgebiet können wir damit leider nicht mehr abdecken.“ Der gesamte Prozess zur Erstellung eines Wahl-O-Mats dauert etwa vier Monate: von der Entwicklung der Thesen über die Beantwortung durch die Parteien bis hin zur Programmierung.
Was es laut bpb bei Kommunalwahlen aber gibt: vom Wahl-O-Mat unabhängige Wahlhilfen, die von Hochschulen, Initiativen oder Landeszentralen für politische Bildung entwickelt werden und sich speziell kommunalpolitischen Themen widmen. Ein Beispiel für die Kommunalwahl in Bayern ist der „München-O-Mat“, der speziell auf die Kommunalwahl in der Landeshauptstadt zugeschnitten ist. Entwickelt hat ihn die Deutsche Katholische Jugend (BDKJ).
Wahl-O-Mat hilft seit über 20 Jahren bei der Wahlentscheidung
Den Wahl-O-Mat für Landtags-, Bundes- und Europawahlen gibt es seit 2002. Laut bpb wurde er im Vorfeld von Wahlen rund 160 Millionen Mal genutzt. Es gibt unterschiedliche Thesen, die Nutzerinnen und Nutzer beantworten und anschließend gewichten können. Am Ende erhält man Aufschluss darüber, wo die eigene Position im Vergleich zu den zur Wahl stehenden Parteien liegt.
Auf unserer Sonderseite finden Sie alle Nachrichten und Informationen zur Kommunalwahl 2026 in Bayern.
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