CSU-Chef Markus Söder war mit dem Wahlsonntag in Bayern sehr zufrieden: Die CSU sei „ganz klar Kommunalpartei Nummer eins“. Sie liege sowohl in den Landkreisen als auch in den Städten unter dem Strich vorne, freute er sich: „Wir sind Stadt und Land übergreifend stabil.“
Zwar gebe es viele Stichwahlen – was vor allem an der AfD „als neuem starken Player“ liege. Es gebe aber wohl keine Stichwahl mit AfD-Beteiligung, auch nicht bei Bürgermeistern. Trotzdem: Die AfD sei in acht Landkreisen und 20 Gemeinden zweitstärkste Kraft. „Das hat natürlich etwas verändert“, räumte Söder ein. Es gebe jedoch überall „klare Mehrheiten jenseits der AfD“.
Söder: Bei Landratswahlen bayernweit 46,8 Prozent für CSU
Bei den Landratswahlen kam die CSU laut Söder bayernweit auf stolze 46,8 Prozent: Von 62 Wahlen dort habe man 24 gewonnen, 30 gingen in die Stichwahl. Erfreulich sei die Eroberung der Landratsämter in Neuburg-Schrobenhausen, Kulmbach oder Miltenberg. In Bad Kissingen, den Haßbergen oder im Landkreis Bamberg konnten neue CSU-Kandidaten die Landratsposten für die Partei verteidigen. Enttäuschend sei die CSU-Niederlage in Rhön-Grabfeld, findet Söder: Dort konnte sich Sonja Rahm von den Freien Wählern durchsetzen. Sie löst CSU-Landrat Thomas Habermann ab, der nach 23 Jahren im Amt nicht mehr angetreten war.
Von 50 Oberbürgermeister-Wahlen gewann die CSU elf, 22-mal kommt es zu einer Stichwahl. „Wir haben hier viele gute Ergebnisse“, findet Söder: So sei der klare Vorsprung von Eva Weber in Augsburg für die Stichwahl „sehr beachtlich“. In Nürnberg sei das CSU-Ergebnis von Amtsinhaber Marcus König mit 46 Prozent sogar „unglaublich“, sagte Söder. Augsburg und Nürnberg zeigten, „dass die CSU auch Großstadt kann“.
Söder: „Schmutzkampagne“ schuld an CDU-Niederlage in Baden-Württemberg
Bei den Bürgermeister-Wahlen hofft Söder noch auf einen Zuwachs: 934 Bürgermeister habe die Partei bisher gestellt – nun habe man 834 direkt gewonnen, in gut 200 gebe es eine Stichwahl mit CSU-Beteiligung. Dies sollte zu mehr CSU-Rathaus-Chefsesseln als 2020 führen, hofft Söder. Koalitionsempfehlungen aus München für die CSU in Gemeinde- und Stadträten gebe es nicht. „Klar ist nur: Nicht mit der AfD.“
Die knappe CDU-Niederlage in Baden-Württemberg führte Söder auf eine „Schmutzkampagne“ gegen Spitzenkandidat Manuel Hagel zurück: „Ohne diese zwei Videos“, in denen Hagel etwa 2018 von „rehbraunen Augen“ einer Schülerin schwärmte, wäre die Wahl anders ausgegangen. Er wünsche dem designierten Ministerpräsidenten Cem Özdemir jedoch „eine glückliche Hand“, sagte Söder: „Ich hoffe auf eine genauso gute Zusammenarbeit wie mit Winfried Kretschmann.“
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