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Kriminalitätsrate in Bayern auf niedrigstem Niveau seit 1978: Das sind die Gründe

Kriminalität

„Wer anderes behauptet, der verkohlt die Menschen“: Bayern so sicher wie seit fast 50 Jahren nicht mehr

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    Von einer dauernden Zunahme der Kriminalität könne keine Rede sein, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
    Von einer dauernden Zunahme der Kriminalität könne keine Rede sein, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Foto: Malin Wunderlich, dpa

    Die Kriminalitätsbelastung in Bayern war – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 – im vergangenen Jahr so niedrig wie seit fast fünfzig Jahren nicht mehr: Pro 100.000 Einwohner registrierte die Polizei 4094 Straftaten – ein Rückgang von 4,8 Prozent zum Vorjahr. Lässt man 2021 außen vor, als es wegen der Pandemie wochenlang Ausgangsbeschränkungen gegeben hatte, sei dies „die beste Sicherheitslage seit 1978“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Von einer dauernden Zunahme von Kriminalität könne jedenfalls keine Rede sein: „Wer anderes behauptet, der verkohlt die Menschen“, findet er.

    Die Aufklärungsquote stieg zudem leicht auf nun 66 Prozent. Noch 1994 waren nur rund 59 Prozent aller Straftaten aufgeklärt worden. Auch die meisten Großstädte in Bayern wurden im Vergleich zu 2024 sicherer: So sank die Kriminalitätsrate in Augsburg um 12,1 Prozent, in Würzburg um 11,6 Prozent und in München um 2,7 Prozent. Mehr Verbrechen gab es jedoch in Nürnberg (plus 1,8 Prozent), Ingolstadt (plus 2,1 Prozent) und Aschaffenburg (plus 12,4 Prozent).

    Bayerns Kriminalitätsstatistik profitiert auch von der Cannabis-Freigabe

    Den nach Fallzahlen stärksten Rückgang gab es beim Diebstahl um 6,9 Prozent auf noch gut 145.000 Delikte. Die bayerische Kriminalitätsstatistik profitiert zudem von der aus Bayern nach wie vor scharf kritisierten Cannabis-Freigabe: Bei der Rauschgift-Kriminalität sanken die Fallzahlen 2025 deshalb um mehr als 27 Prozent oder gut 8.500 Fälle. Die gesamte Kriminalitätsbelastung in Bayern wäre jedoch auch ohne diesen Effekt noch klar niedriger als 2024.

    Die Kriminalitätsbelastung in Bayern ist 2025 auf das niedrigste Niveau seit 1978 gesunken. In einigen Bereichen steigen jedoch die Fallzahlen.
    Die Kriminalitätsbelastung in Bayern ist 2025 auf das niedrigste Niveau seit 1978 gesunken. In einigen Bereichen steigen jedoch die Fallzahlen. Foto: Malin Wunderlich, dpa

    Erfreulich ist ein deutlicher Rückgang der Gewaltkriminalität um rund 4,3 Prozent auf gut 21.600 Fälle. 167 Mal kam es zu Mord oder Totschlag. Die Aufklärungsquote liegt hier bei mehr als 95 Prozent: „Wer jemanden tötet, hat in Bayern nahezu keine Chance, unentdeckt davonzukommen“, sagte Herrmann.

    „Internationale Banden“: Starker Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

    Verschärft hat sich dagegen die Gefahr durch Wohnungseinbrüche mit einem Anstieg um 5,6 Prozent auf gut 3800 Fälle. „Wir haben es hier zum Teil mit professionellen, internationalen Einbrecherbanden zu tun“, so Herrmann. Mehr als die Hälfte der ermittelten Täter waren demnach Ausländer, vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa.

    Angestiegen sind auch die gemeldeten Sexualstraftaten – um 2,4 Prozent auf knapp 18.000 Fälle. Hauptgrund dafür waren laut Herrmann mehr Fälle von Kinderpornografie sowie wegen sexueller Belästigung. Auch die Zahl der Vergewaltigungen stieg leicht auf 1.527 Fälle. Rund vier von fünf Sexualstraftaten konnten jedoch aufgeklärt werden. Knapp ein Drittel der Tatverdächtigen waren Ausländer, gut zehn Prozent Zuwanderer.

    Aus welchen Ländern die meisten ausländischen Tatverdächtigen in Bayern stammen

    Über alle Delikte hinweg ist der Anteil ausländischer Tatverdächtiger mit nun 41,7 Prozent erneut gestiegen. 2010 lag diese Quote noch bei 23,7 Prozent. Die Zahl ausländischer Tatverdächtiger liegt damit deutlich über dem Anteil der nicht-deutschen Bevölkerung in Bayern von aktuell 15,6 Prozent. Die meisten ausländischen Tatverdächtigen stammten aus Rumänien, gefolgt von der Ukraine, Türkei und Syrien.

    Trotz osteuropäischer Einbrecherbanden stehe der hohe Ausländer-Anteil an der Kriminalität „klar im Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre“, findet Herrmann. Der Innenminister drängt deshalb auf null Toleranz: „Wer Straftaten begeht oder unsere Werte ablehnt, der muss unser Land wieder verlassen.“ Der Straftäter-Anteil bei Abschiebungen habe deshalb 2025 in Bayern bereits bei rund vierzig Prozent gelegen.

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