In dieser Woche werden erneut Hunderte Flüge der Lufthansa gestrichen. Nachdem am Freitag das Kabinenpersonal streikte, legen nun die Pilotinnen und Piloten ihre Arbeit nieder. Aufgerufen zum Streik hat die Vereinigung Cockpit (VC).
Piloten der Lufthansa streiken am Montag und Dienstag bundesweit
Wie die VC am Samstag mitteilte, legen die Mitglieder der Gewerkschaft ab Montag, 13. April, bis Dienstag, 14. April, ihre Arbeit nieder. Startzeit und Endzeit ist jeweils Mitternacht. Das betrifft die Flüge der Deutschen Lufthansa, der Lufthansa Cargo, der Lufthansa CityLine und der Eurowings. In diesem Zeitraum sollen keine Flüge der jeweiligen Gesellschaften von deutschen Flughäfen abheben. Bei Eurowings werden alle Flüge, die am Montag zwischen 0.01 Uhr und 23.59 Uhr von deutschen Flughäfen starten, bestreikt.
VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte dazu: „Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt.“ Die Gewerkschaft habe während der Osterfeiertage bewusst auf Streikmaßnahmen verzichtet, dennoch seien „ernstzunehmende Angebote“ ausgeblieben. Es habe weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber gegeben.
VC-Präsident: „Weitere Eskalation nicht ausgeschlossen“
Derzeit liege weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gebe es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung bei Eurowings sei laut VC inakzeptabel und bewege sich auf einem „derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“.
Die Lufthansa widerspricht den Ausführungen. In einem Statement der Airline heißt es: Die Streikankündigung der VC „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“. Die Kernforderung nach Verdopplung „einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar“, wird darin erklärt.
Der zweitägige Streik von Piloten der Lufthansa-Gruppe wirkt sich auch auf Passagiere am Münchner Flughafen aus. Am Montag und Dienstag sind insgesamt etwa 720 Starts und Landungen gestrichen worden, teilte eine Flughafen-Sprecherin mit. VC-Präsident Pinheiro sprach am Sonntag davon, dass mit Einschränkungen wie während des vergangenen Streiks zu rechnen sei. Damals seien zwischen 70 und 80 Prozent der betroffenen Flüge ausgefallen. Verbindungen der Cityline seien fast vollständig betroffen gewesen. „Das ist nicht schön für die Passagiere, das wissen wir auch“, so Pinheiro. Den Streik sieht er dennoch als notwendig an.
Die Lufthansa teilt auf Nachfrage mit, dass an beiden Tagen etwa ein Drittel des gesamten Kurzstrecken-Programms bei den bestreikten Airlines angeboten werden könne. „Bei Langstreckenverbindungen liegt der Anteil sogar bei 50 Prozent. Lufthansa Cargo kann 70 Prozent ihres geplanten Programms darstellen, Eurowings fliegt am Streiktag Montag 60 Prozent ihres Programms.“
Streik verschont Reisen in den Nahen Osten wegen aktueller Lage
Reisende, die an den Streiktagen von einem deutschen Flughafen abfliegen, sollten die Informationen ihrer jeweiligen Airline beachten. Beim Streik des Kabinenpersonals am Freitag wurden einige Flüge auf andere Fluggesellschaften umgebucht, das soll auch am Montag und Dienstag teils der Fall sein. Die anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe, die nicht vom Streik betroffen sind, übernehmen laut Lufthansa nach Möglichkeit zusätzliche Flüge oder setzen größere Maschinen von und nach Deutschland ein. Kundinnen und Kunden werden nach Angaben der Airline aktiv per E-Mail benachrichtigt, wenn ihre Flüge von einem Ausfall betroffen sind.
Eurowings will den Streik laut eigenen Angaben ähnlich abfedern. Auf der Website der Airline wird zudem darauf hingewiesen, dass vom Streikaufruf nur Flüge von Eurowings Deutschland betroffen seien, nicht aber die der europäischen Schwester Eurowings Europe.
Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind einige Destinationen vom Streik ausgenommen. Dazu gehören: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.
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