Am Anfang war eine flapsige Bemerkung. Das hält man kaum für möglich, schließlich kam sie aus dem Munde eines Ministerpräsidenten. Als die Bild dann schrieb, es handle sich um Markus Söder, hielt man es doch für möglich. Jedenfalls berichtete die Zeitung im Februar, Söder habe bei einer Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen gesagt: „Wenn es nach dem Länderfinanzausgleich geht, dann wären Sylt und Helgoland längst bayerisch.“
Nun ist das natürlich eine steile These. Schließlich kennt Sylt zwar jede Menge Chichi, aber halt kein Neuschwanstein, und Helgoland den Pinneberg, der aber mit 61,3 Metern, nun ja, mit Verlaub... Und beide kennen schon gar keinen gscheiten Schweinsbraten. Und doch stand die Bemerkung des CSU-Chefs im Raum. Der er übrigens kurz zuvor den Spruch vorausgeschickt hatte, Schleswig-Holstein sei „ein sehr kleines, sehr, sehr hochverschuldetes Land mit vielen Skandalen“.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther wünscht Söder nicht zu hohe Windstärken
Auf Helgoland ließ man die interessante geografische Einordnung erst einmal sacken, um dann, ganz Tourismus-Profis, Söder auf die Insel einzuladen. Jetzt ist es soweit. Bayerns Regierungschef werde am Dienstag in Hamburg mit dem Katamaran „Halunder Jet“ abfahren und bis Mittwoch bleiben, teilten die Gemeinde und die Reederei FRS Helgoline mit. „Er kann sich nun selbst von unserer wunderschönen Insel sowie den vielseitigen Traditionen, die eng an Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Meeren, gekoppelt sind, überzeugen“, sagte Tourismusdirektorin Katharina Schlicht.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, als CDU-Mann fast so was Ähnliches wie ein Parteifreund, wünschte Söder für die Reise alles Gute. Und nicht zu hohe Windstärken. Sagte er jedenfalls. (mit dpa)
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