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Markus Söder war sein Angestellter: Das ist Deutschlands dienstältester Abgeordneter

Politik

Markus Söder war sein Angestellter: Das ist Deutschlands dienstältester Abgeordneter Karl Freller

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    Wird am Montag 70 und ist Deutschlands dienstältester Abgeordneter: der Franke Karl Freller.
    Wird am Montag 70 und ist Deutschlands dienstältester Abgeordneter: der Franke Karl Freller. Foto: Sammlung Karl Freller

    Er war einmal der jüngste Abgeordnete des Bayerischen Landtags. Jetzt ist er Deutschlands dienstältester Parlamentarier – und könnte sich sogar vorstellen, diesen Rekord noch auszubauen. Der Schwabacher CSU-Politiker Karl Freller wird am Montag 70 Jahre alt. Als er 1982 in den bayerischen Landtag einzog, regierte in München Franz Josef Strauß und verfehlte mit seiner CSU hauchzart die absolute Mehrheit. 

    In der Opposition saß nur die SPD – die Grünen steckten in den Kinderschuhen und die FDP hatte die Fünf-Prozent-Hürde gerissen. Der damals 26-jährige Religionslehrer Freller, der mit dem Slogan „Ganz unten“ vom letzten Listenplatz aus gestartet war, befand sich auf Klassenfahrt in London, als er von seiner Wahl erfuhr. Von da an war es vorbei mit dem Unterrichten, fortan verbrachte Freller während der Sitzungswochen drei Tage die Woche in München, seine Tochter und die zwei Söhne hat er deshalb teils aus der Ferne aufwachsen sehen. „Das Verhältnis war und ist gut. Nur für den Politikerberuf hat sich keines begeistert. Vielleicht weil sie gesehen haben, wie zeitaufwendig das ist“, mutmaßt Freller.

    Stolzer Papa: Karl Freller mit Tochter Birgit, einer Fernsehjournalistin. Gemeinsam wurden sie für einen witzigen Wahlwerbespot ausgezeichnet.
    Stolzer Papa: Karl Freller mit Tochter Birgit, einer Fernsehjournalistin. Gemeinsam wurden sie für einen witzigen Wahlwerbespot ausgezeichnet. Foto: Sammlung Karl Freller

    Insgesamt hat der „Charly“, wie er von vielen genannt wird, sechs Ministerpräsidenten erlebt. Der junge Markus Söder war sein Angestellter („Das politische Talent hat man schon erkannt“), CSU-Übervater Franz Josef Strauß wiederum war beim jungen Abgeordneten Freller daheim in Schwabach beim Essen. Es gab Bratwürste. An Strauß erinnert sich Freller gern: „Der hat immer klar gesagt, was Sache ist.“ Ob er damit heutzutage noch gut ankäme, da ist sich Karl Freller nicht so sicher. Andererseits hat der CSU-Veteran den Eindruck, dass sich der Zeitgeist im Moment wieder ändern könnte.

    Ein Knick in seiner Karriere tat besonders weh

    Freller selbst saß neun Jahre lang als Kultus-Staatssekretär im Kabinett, war stellvertretender Fraktionsvorsitzender und bis zum Herbst 2023 erster Vizepräsident des Landtags. Diesen prestigeträchtigen Posten aufzugeben, hat ihn geschmerzt, noch mehr der Abschied aus dem Kabinett. Als Günther Beckstein Ministerpräsident wurde und die Franken Joachim Herrmann und Markus Söder zu Minister-Ehren kamen, war mit Freller ein Franke zu viel am Kabinettstisch. „Das hat echt wehgetan“, sagt er im Rückblick.

    Stolzer Gastgeber: Karl Freller (rechts) mit Franz Josef Strauß.
    Stolzer Gastgeber: Karl Freller (rechts) mit Franz Josef Strauß. Foto: Sammlung Karl Freller

    Geblieben ist Freller das Ehrenamt des Direktors der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und damit die Verantwortung für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg. Das Erstarken des Rechtsextremismus besorgt den CSU-Mann. Er sagt: „Die Demokratie hat eine Achillesferse. Sie kann sich selbst abschaffen.“ Die momentane Situation erinnert ihn an die 1920er Jahre in Deutschland, als die Demokraten nicht zusammenhielten und die Radikalen stärker und stärker wurden.

    Karl Freller möchte mit 72 noch einmal antreten

    Mit nun 70 Jahren könnte Freller in aller Ruhe aufs politische Altenteil zusteuern, tatsächlich aber hat der Senior der CSU-Fraktion keineswegs mit dem Politikerleben abgeschlossen. Eine neuerliche Kandidatur für die Wahlen 2028, er wäre dann 72, würde dem Schwabacher schon gut gefallen. Die Begründung des Abgeordneten, der in jüngeren Jahren jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion war: Auch die über 70-Jährigen im Land, immerhin gut 20 Prozent der Wählerschaft, bräuchten einen Repräsentanten in der CSU-Fraktion – und da komme vom Alter her am ehesten er infrage.

    Im Moment jedenfalls fühlt sich der Rekord-Parlamentarier noch gewollt und gebraucht. Gerne verweist er auf das Wahlergebnis von 2023: In Frellers Stimmkreis Nürnberg Süd erzielte die CSU mit 42,8 Prozent der Gesamtstimmen das beste Ergebnis in Bayerns Großstädten. Nebenan, bei Markus Söder, waren es am Ende nur 39,2 Prozent.

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