Bayerns Schulministerin Anna Stolz (Freie Wähler) will auf die wachsende Digitalisierung an Schulen nicht mit Verboten, sondern mit mehr „digitaler Kompetenz“ reagieren. „Die digitale Realität prägt längst den Alltag unserer Kinder“, erklärt Stolz. Vor allem die Künstliche Intelligenz (KI) werde die Schule „grundlegend verändern“.
Man dürfe diese Entwicklung weder verteufeln noch ignorieren, fordert die Ministerin. Vielmehr gelte es, etwa KI pragmatisch für eine „lebensnahe Schule“ einzusetzen: „Wir brauchen die Digitalisierung dort, wo sie das Lernen besser macht.“
An Bayerns Schulen soll es aber nicht nur um Hightech, sondern auch um „Herzensbildung“ gehen, verlangt Stolz. Werte wie Haltung, Respekt, Toleranz oder Zusammenhalt „kann man aber nicht verordnen, man muss sie vorleben“. Dies gelte auch für die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verlangte Pflicht an Schulen, etwa bei Zeugnisübergaben die Nationalhymne zu singen. „Wir wollen die Hymnen an den Schulen präsenter machen“, erklärt Stolz. Es gehe aber „nicht um Zwang“.
Stolz: Sport und Bewegung als Gegenpol zum „digitalen Dauerrauschen“
Eine wichtige Rolle bei der Wertevermittlung an Schulen könne der Sport übernehmen, hofft Stolz: Denn Sport und Bewegung seien als Gemeinschaftserlebnis ein Gegenpol zum oft einsamen „digitalen Dauerrauschen“. Sport vermittele zudem eine „gesunde positive Leistungskultur“, die auf das Lernen abfärben könne.
„Kinder wollen sich messen und besser werden“, glaubt die Ministerin. Leistung und Wettbewerb sollten deshalb nicht als bedrohlich wahrgenommen werden, sondern als Mittel, persönlich stärker zu werden. Dazu gehöre auch, manchmal zu verlieren oder zu scheitern. „Wichtig ist, dann wieder aufzustehen und es das nächste Mal besser zu machen“, findet Stolz. Dies gelte im Sport wie in der Schule insgesamt.
Bayern übernimmt Vorsitz der Konferenzen der Bildungs- und der Wissenschaftsminister
Bayern übernimmt in diesem Jahr den Vorsitz sowohl der bundesweiten Konferenz der Bildungsminister wie auch der Wissenschaftsminister. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sieht darin eine besondere Verantwortung, „weil wir hier seit Jahrzehnten bundesweit die Maßstäbe setzen“.
Bildung und Wissenschaft seien in einer sich radikal verändernden Welt wichtiger denn je, mahnt Blume: „Wenn wir uns nicht jetzt auf den Weg machen, drohen wir zurückzufallen.“ Für die deutschen Hochschulen fordert Blume vor allem weniger bürokratische, rechtliche oder politische Stoppschilder: „Wir brauchen mehr Ambition für Innovation“, verlangt er: „Denn die Welt wartet nicht auf uns.“
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