Bei einem Polizeieinsatz am frühen Samstagmorgen, 10. Januar, im mittelfränkischen Landkreis Roth ist ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Das teilt die Polizei in ihrem Pressebericht mit. Demnach seien die Beamten zuvor darüber informiert worden, dass ein Mann damit drohte, sich das Leben zu nehmen. Bei dem Einsatz schossen die Beamten auf den Mann. Nun wird überprüft, ob die Beamten aus Notwehr handelten.
Wendelstein – Kleinschwarzenlohe: Mann droht mit Suizid
Wie das Polizeipräsidium mitteilte, kam es am frühen Samstagmorgen zu dem Einsatz im Wendelsteiner Gemeindeteil Kleinschwarzenlohe. Demnach habe eine Angehörige eines 25-jährigen Mannes gegen 4.15 Uhr einen Notruf abgesetzt. Dieser habe sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden und drohte damit, sich das Leben zu nehmen. Während seine Angehörige den Notruf wählte, telefonierte sie weiterhin mit dem Mann. In dieser Zeit habe die Frau mehrere Schussgeräusche durch das Telefon gehört.
Daraufhin waren mehrere Polizeistreifen im Einsatz. Als sie in der Porschestraße ankamen, sperrten sie den Bereich ab. Da der 25-Jährige möglicherweise eine Schusswaffe bei sich hatte, wurde zudem das Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzugezogen. Nach Angaben der Polizei sprachen sowohl die Beamten als auch Angehörige des Mannes mit dem 25-Jährigen. Sie versuchten, ihn zu beruhigen und ihn davon zu überzeugen, ohne Waffen aus dem Haus zu kommen. Der Mann habe nicht darauf gehört.
Polizei schießt auf suizidgefährdeten Mann: Lebensgefährliche Verletzung
Erst gegen 7 Uhr, rund drei Stunden nachdem die Angehörige die Polizei gerufen hatte, gingen Einsatzkräfte des SEK in das Haus. Wie der Polizeisprecher Michael Konrad gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte, hatten die Beamten Sorge, dass sich der Mann etwas antue oder zur Gefahr für andere werde. Dort sei auch dieser Bereich gesichert worden, so die Polizei. In einer Pressemitteilung heißt es: „Auch zu diesem Zeitpunkt war die Zielsetzung der Polizei weiterhin, kommunikativ auf den Mann einzuwirken.“
Als der Mann in das Erdgeschoss des Hauses kam, sei er den Beamten mit einer Schusswaffe und einem Messer in den Händen entgegengekommen. Die Beamten forderten den 25-Jährigen dazu auf, die Waffen abzulegen. Der Mann habe nicht darauf reagiert. Im Anschluss schossen die Einsatzkräfte auf ihn.
Dabei verletzten sie ihn lebensgefährlich am Oberkörper. Vor Ort war auch ein Notarzt, der die Schussverletzungen erstversorgte. Wie die Polizei berichtete, befindet sich der Mann aktuell in einem Klinikum. Polizeisprecher Konrad sagte gegenüber der dpa, dass der Zustand des Mannes „durchaus ernst und kritisch“ sei.
Nach Polizeischüssen: Notwehr steht im Raum
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken selbst mitteilte, geht es aktuell davon aus, dass die Beamten aus Notwehr auf den 25-Jährigen geschossen haben. Die Ermittlungen vor Ort übernahm neben dem mittelfränkischen Kriminaldauerdienst auch das Bayerische Landeskriminalamt. Nach Informationen der dpa sei das Haus nun versiegelt worden, um dort Spuren zu sichern.
Nun wird untersucht, ob die Beamten tatsächlich aus Notwehr auf den 25-Jährigen geschossen haben. Außerdem wird geklärt, wie oft sie geschossen und wo sie den Mann getroffen haben. Zudem wird untersucht, ob der Mann ebenfalls auf die Beamten geschossen hat. Dazu werden auch die Beamten selbst befragt. Wie die Polizei mitteilte, führt das Bayerische Landeskriminalamt diese Untersuchungen durch. Dadurch sollen die Ermittlungen möglichst neutral sein. Die Maßnahmen werden eng mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth abgestimmt.
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