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München-Budget: 100.000 Euro für drei Bäume und was sich Bürger noch von der Stadt wünschen

München-Budget

Outdoor-Tanzfläche und Bäume pflanzen: Wofür München eine Million Euro spendiert

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    München tanzt künftig draußen: Eine Outdoor-Tanzfläche für 90.000 Euro eröffnet höchstwahrscheinlich im Sommer.
    München tanzt künftig draußen: Eine Outdoor-Tanzfläche für 90.000 Euro eröffnet höchstwahrscheinlich im Sommer. Foto: Paul Zinken, dpa (Symbolbild)

    Auf Platz eins steht ein Klassiker: Bäume pflanzen. Mehr als 1300 Münchnerinnen und Münchner haben für die Idee eines Bürgers gestimmt, die Stadt mit sattgrünen Baumkronen „wieder gemütlicher zu machen und im Sommer mehr Schatten zu haben“. So soll es nun sein. Die Stadt investiert 100.000 Euro, damit können drei Bäume nahe dem Hauptbahnhof gepflanzt werden.

    Das Geld stammt aus dem neuen München-Budget: ein Topf mit einer Million Euro, reserviert für mehr Lebensqualität in der Stadt. Verteilt wird es so: Bürgerinnen und Bürger können auf einem Online-Portal Ideen einreichen. Die 20 Vorschläge mit den meisten Stimmen prüfen die Fachreferate: Sie erarbeiten für alle umsetzbaren Ideen eine Kostenschätzung. Eine einzelne Maßnahme darf dabei nicht teurer sein als 100.000 Euro. Danach sind wieder die Bürgerinnen und Bürger am Zug und wählen aus allen verbleibenden Vorschlägen die besten aus.

    Bäume pflanzen: Natur- und Klimaschutz liegt den Menschen besonders am Herzen.
    Bäume pflanzen: Natur- und Klimaschutz liegt den Menschen besonders am Herzen. Foto: Jan Woitas, dpa

    Immer mehr Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren Bürgerbeteiligung auf ähnliche Weise neu gedacht. Sie lassen ihre Bewohnerinnen und Bewohner selbst über ein gewisses Volumen aus dem Haushalt bestimmen. Die Summen solcher Bürgerbudgets reichen von jährlich 10.000 Euro in kleinen Gemeinden bis zu einer Million Euro.

    Gersthofen im Kreis Augsburg schüttete zuletzt jährlich 100.000 Euro aus. Finanziert wurden daraus 2025 unter anderem zwei Trinkbrunnen, neue Bänke und ein Lastenfahrrad zum Ausleihen. Als erster Nutzer hat Bürgermeister Michael Wörle damit seinen Weihnachtsbaum abgeholt. Unterschleißheim im Kreis München investierte sein ebenso hohes Bürgerbudget zuletzt komplett in die Sanierung einer von den Bürgern innig geliebten Kegelbahn.

    Schondorf am Ammersee stellt ein Budget in Höhe von jährlich 10.000 Euro schon seit sieben Jahren zur Verfügung. Finanziert hat die Kommune daraus etwa ein künstliches Storchennest und ein Pickleballfeld. Eine archäologisch wertvolle Bäderanlage der Römer wurde damit zugänglich gemacht.

    Klamme Haushalte gefährden die Bürgerbudgets

    Bürgerbeteiligung, das ist erwiesen, erhöht die Identifikation mit dem Wohnort – und die Akzeptanz für Veränderung. Sie ist ein Mittel gegen Politikverdrossenheit und für gelebte Demokratie. Und dennoch stehen gerade die kommunalen Ideenbudgets mancherorts auf der Kippe. Die angespannte Haushaltslage nahezu aller Kommunen in Bayern gefährdet die unbürokratisch verfügbaren Mittel. Teils werden sie nur noch alle zwei Jahre vergeben, teils ganz auf Eis gelegt. In Ingolstadt etwa, wo lange jedes Jahr eine Million Euro in Projekte von Bürgerinnen und Bürgern floss, hat der Stadtrat 2025 die Aussetzung des Bürgerhaushalts bis einschließlich 2029 beschlossen.

    München hingegen hält an seinem Erfolgsprojekt fest. Gerade können die Menschen in der Landeshauptstadt ihre Ideen für das München-Budget 2026 einreichen. 2025, als die „Bürgermillion“ zum ersten Mal ausgelobt worden war, kamen mehr als 460 Vorschläge zusammen. Hinter den neuen Baumpflanzungen auf Platz zwei des Votings: Wildblumen auf Grünstreifen, gefolgt vom Wunsch nach sogenannten Wasserbänken in der Stadt. Das sind Sitzgelegenheiten, die in angebauten, bepflanzten Trögen Regenwasser sammeln und so einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. Drei bis sechs dieser Bänke können laut Stadt nun aufgebaut werden.

    Mit dem München-Budget draußen Salsa tanzen

    Doch nicht immer geht es um mehr Grün. Eine Münchnerin, die für ihr Leben gern Salsa tanzt, hatte vorgeschlagen, eine öffentliche Open-Air-Tanzfläche zu bauen. Mehr als 1000 andere Menschen stimmten dafür – und können sich wohl ab Sommer 2026 mit ihrer Lieblingsmusik im Gepäck im Münchner Ostpark treffen: auf einem speziellen Outdoor-Tanzboden mit Bänken drumherum.

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