Nach einem Angriff auf ein israelisches Restaurant in der Münchner Altstadt erhärtet sich wohl der Verdacht, dass es sich um einen gezielten Anschlag handeln könnte. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, ist ein Bekennervideo im Internet aufgetaucht. Die proiranische Gruppierung „Harakat Ashab al-Yamin al-Islamija“, kurz Hayi, reklamiert die Tat wohl für sich. Aktuell überprüfen die Behörden die Authentizität des Videos.
Nach Anschlag auf Restaurant: Behörden prüfen Bekennervideo auf Echtheit
Übersetzt bedeutet der Name der Gruppe „Bewegung des islamischen rechten Volkes“. Sollte sich bestätigen, dass Hayi den Anschlag verübt hatte, wäre es der erste dieser Gruppe in Deutschland. In dem 30 Sekunden langen Video heißt es sinngemäß, der Angriff hätte auch am Tag stattfinden können, wodurch „Zionisten“ gestorben wären. Außerdem wird davor gewarnt, sich entsprechenden „zionistischen“ Einrichtungen zu nähern. Im Video kommen zudem Aufnahmen der Spurensicherung vor, die von Medien zur Berichterstattung verwendet wurden.
Derzeit prüfen die Sicherheitsbehörden, ob das Video echt ist. Nach ersten Einschätzungen ist es wohl authentisch, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Da das Video kein Täterwissen beinhaltet, könnte es theoretisch auch von Trittbrettfahrern stammen. Allerdings wurde es auf Telegram-Kanälen verbreitet, die der proiranischen „Achse des Widerstands“ zugeordnet werden.
Ermittler prüfen Beteiligung iranischer Agenten am Anschlag
Das Video ist außerdem ähnlich aufgebaut, wie zwei weitere Videos der Gruppe zu Anschlägen auf Synagogen im nordmazedonischen Skoje am Sonntag und in London am Mittwoch. Alle haben dieselbe musikalische Untermalung, das Logo und markieren das Anschlagsziel mit einem Fadenkreuz.
Seit Freitag ist bekannt, dass Behörden prüfen, ob iranische „Low-Level-Agenten“ dahinterstecken könnten. Der SZ bestätigte eine Sprecherin der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, dass das Video Gegenstand der Ermittlungen des Zentralen Antisemitismusbeauftragten der bayerischen Justiz sei. Weitere Details würden derzeit aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht erläutert.
Hans-Jakob Schindler von der Denkfabrik „Counter Extremism Project“ sagte dem Bayerischen Rundfunk (BR), dass nach früheren Anschlägen überwiegend sehr junge Verdächtige festgenommen worden seien – meist zwischen 15 und 19 Jahren. Das deute darauf hin, dass es sich weniger um ein organisiertes Netzwerk handle, sondern wohl mehrheitlich Einzelpersonen gezielt mit Aufträgen betraut worden seien. Mutmaßlich könnten diese Aufträge direkt vom Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden stammen.
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