Nachruhe? Was während der WM-Spiele erlaubt ist und was nicht
Fußball-WM 2026
Störung der Nachtruhe? Das gilt bei späten WM-Spielen in Bayerns Städten
Fußball schauen im Biergarten oder der Lieblingskneipe bis spät in die Nacht? Ist das möglich? In einigen bayerischen Städten wurden Sonderregelungen für die WM getroffen.
Werden wieder viele Menschen die Spiele in großen Gruppen schauen?Foto: Andreas Arnold, dpa (Archivbild)
Wegen der Zeitverschiebung finden viele Spiele der Fußball-WM 2026 in Deutschland mitten in der Nacht statt. Das macht es für Fußball-Fans nicht einfach. Bereits das zweite Spiel der DFB-Elf beginnt erst um 22 Uhr, ebenso das dritte Spiel.
Jubelschreie, Fan-Gesänge und Autokorsos können da zum Problem werden, denn in Deutschland gilt zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens die allgemeine Nachtruhe. In dieser Zeit sind störende Betätigungen verboten.
Keine öffentliche Fanfeste oder Fanmeilen mit Public Viewing
Einige Städte in Bayern haben Sonderregelungen getroffen, um Public Viewing in Restaurants und Biergärten zu ermöglichen. Fanmeilen gibt es zwar wegen der späten Anstoßzeiten nicht, was dennoch in den bayerischen Großstädten erlaubt ist. Eine Übersicht.
München
Für die Landeshauptstadt hat Oberbürgermeister Dominik Krause die Sperrstunde gestrichen. Damit soll das Public Viewing in den Außenbereichen von Biergärten und Restaurants ermöglicht werden. Spiele dürfen von Gaststätten bis 1 Uhr und wieder ab 6 Uhr in der Früh gezeigt werden. Sonst wäre um spätestens 23 Uhr Abpfiff gewesen.
Die Betreiber sind allerdings verpflichtet, sich um die Einhaltung der Nachtruhe zu kümmern. Diese müssen sicherstellen, dass Biergärten, Restaurants, Bars und Kneipen spätestens um 1 Uhr vollständig geräumt sind. Für Gaststätten, deren Außengastronomie aus Lärmschutzgründen bereits heute um 22 Uhr schließen muss, bleibt die Beschränkung auch während der WM bestehen.
Augsburg
Für die Fußballweltmeisterschaft von Donnerstag, 11. Juni, bis Sonntag, 19. Juli, hat die Stadt Augsburg ebenfalls eine Ausnahmeregelung zum Public Viewing in der Außengastronomie beschlossen. Im Freien ist die Übertragung der Spiele bis 24 Uhr möglich. Gaststätten müssen allerdings hierfür einen formlosen Antrag bei der Stadt stellen. Diese trifft in jedem Fall eine Einzelfallentscheidung. Auch hier müssen die Betreiber dafür sorgen, dass die Außenbereiche ihrer Lokale bis 24 Uhr geräumt sind.
Die Stadt Nürnberg verzichtet auf eine allgemeine Regel und entscheidet stattdessen über jeden Antrag individuell. Dabei werden unter anderem Lage und Größe des Außenbereichs sowie die beantragten Übertragungszeiten berücksichtigt.
Ingolstadt
Während der WM gibt es auch in Ingolstadt eine Ausnahmeregelung zum Lärmschutz. Wirte können auf Antrag Public Viewing in ihren Außenbereichen bis Mitternacht anbieten. Wenn die DFB-Elf spielt, dürfen die Spiele bis zum Ende der regulären Spielzeit und einem möglichen Elfmeterschießen übertragen werden. Maximal gilt jedoch bis 1 Uhr des Folgetages. Voraussetzung für ein Public Viewing ist ein formloser Antrag bei der Stadt. Anschließend erhalten die Antragsteller einen kostenpflichtigen Erlaubnisbescheid.
Bundesregierung erlässt Verordnung, um Public Viewing zu ermöglichen
Grundlage für die Ausnahmeregelungen ist eine Verordnung der Bundesregierung, die bundesweit Ausnahmen vom Lärmschutz möglich macht und das Public Viewing während der WM auch deutlich nach 22 Uhr erlaubt.
Wer denkt, zu Hause kann man die ganze Nacht ungestört schauen, aufgepasst. Es kann Ärger mit dem Vermieter drohen: Dieser kann bei wiederholter Ruhestörung (auch ein Torjubel kann dazu zählen) nach einer Abmahnung in extremen Fällen sogar zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt sein. Die Ausnahmeregelung gilt nur für die Außengastronomie und nicht für die eigenen Wohnung, hier gilt weiterhin die Nachtruhe ab 22 Uhr.
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