In aller Welt wird Bayern für die Schönheit seiner Landschaft gepriesen - und bekommt diese jetzt auch in einer bundesweiten Umfrage bestätigt: Die Breitachklamm in den Allgäuer Alpen ist zum Naturwunder 2025 gekürt worden. Und wer im Freistaat lebt, hat doppelt Grund zur Freude, denn noch ein Stück viel gepriesener Natur liegt in Süddeutschland: Auf Platz zwei der Umfrage der naturnahen Heinz-Sielmann-Stiftung kommt der Blautopf in Blaubeuren, von der bayerischen Grenze ist er nur rund eine halbe Autostunde entfernt. Die drittplatzierte Naturschönheit liegt weiter entfernt: der Wasserbaum bei Ockensen in Niedersachsen.
- Die Breitachklamm, die sich nicht weit von Oberstdorf etwa 2,5 Kilometer durchs Kleinwalsertal schlängelt, errang in der Online-Abstimmung fast 29 Prozent der Stimmen. „Die Breitachklamm zeigt exemplarisch, was Wandern in Deutschland bedeutet“, sagt Michael Emrich, Präsident des Deutschen Wanderverbands, laut einer Pressemitteilung nach dem Voting. „Natur intensiv erleben und gleichzeitig verantwortungsvoll schützen.“ Die Klamm sei „ein Symbol für das Zusammenspiel von sicher erschlossenen Wegen, Engagement für die Heimat und eindrucksvollen Naturphänomenen“. Der Verband hatte die Umfrage zusammen mit der Sielmann-Stiftung initiiert. Wanderfans und Naturliebhaber konnten im Vorfeld der Wahl ihre Vorschläge einreichen, eine Jury schickte dann neun davon ins Rennen um den Titel. Die Breitachklamm ist die wohl bekannteste Schlucht im Allgäu, jährlich besuchen sie etwa 300.000 Menschen - und zwar zu allen Jahreszeiten. Im Herbst ist rund um die Klamm ein spektakuläres Farbenspiel zu sehen. Im Winter sind die Kalksteinwände mit dicken Eisschichten bedeckt, von den Felsvorsprüngen ragen Eiszapfen in die Kluft hinab. Ab Oktober gelten allerdings eingeschränkte Öffnungszeiten, ein Blick auf die offizielle Homepage ist zu empfehlen.
- Der Blautopf in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) ist nicht nur mythenumwoben wegen seiner undurchdringlichen Tiefe, sondern vor allem bekannt wegen seiner in allen Blauschattierungen schimmernden Oberfläche. Es handelt sich um eine Karstquelle, aus der der Fluss Blau entspringt. Und sie ist der Eingang zu einem riesigen Höhlensystem, in dessen hinterste Winkel Forschende bis heute nicht vorgedrungen sind. Aktuell gibt es allerdings nur einen provisorischen Zugang zum Blautopf, die Umgebung wird seit Sommer 2024 saniert. Mehr Informationen hält die eigene Internetseite der Quelle bereit.
- Das Naturwunder auf dem dritten Platz der Umfrage, an der sich mehr als 26.000 Menschen beteiligten, ist im Süden Deutschlands weit weniger bekannt: Der Wasserbaum im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont ist eigentlich gar kein Baum, sondern das vertikale Abflussrohr eines Teiches, der einst ein Sägewerk mit Wasser versorgte. Es wurde vor mehr als 100 Jahren eingebaut und ist mittlerweile komplett von Moos bedeckt. Man könnte meinen, vor einem Baumstamm zu stehen, aus dem Tag und Nacht Wasser sprudelt.
Die Naturwunderwahl der Heinz-Sielmann-Stiftung findet jedes Jahr statt. 2024 hatte der Langwarder Groden an der Nordseeküste gewonnen. In und um die dortigen Salzwiesen gedeiht eine besondere Fauna, Robben, Krebse und typische Küstenvögel leben dort.
Die Stiftung wurde 1994 von dem Tierfilmer Heinz Sielmann und seiner Frau Inge gegründet. Sie erwirbt selber unzerstörte Landschaften und bewahrt sie in ihrem ursprünglichen Zustand.
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