Auf der 2018 neu entflammten Debatte ums Kreuz in Bayern liegt wahrlich kein Segen. Damals hatte Markus Söders Kreuzerlass – geltend für staatliche Behörden – zu „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ geführt, wie ausgerechnet der Münchner Erzbischof Reinhard Marx kritisierte. Der Vorwurf an den frisch gewählten Ministerpräsidenten – und bekennenden evangelischen Christen – lautete einst, er instrumentalisiere das Christentum zu kulturkämpferischen Zwecken. Diesen Verdacht ist Söder bis heute nicht losgeworden.
Angebracht wären mehr Gelassenheit, Sensibilität und Kompromissbereitschaft
Bald ein Jahrzehnt und ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Jahr 2023, das den Kreuzerlass bestätigte, später steckt in der Debatte ums Kreuz immer noch reichlich Konfliktpotenzial. Dabei wären mehr Gelassenheit, Sensibilität und Kompromissbereitschaft angebracht. Diese hätten die jetzige Befassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs überflüssig gemacht – hätte sich die Schulleitung gefragt, ob es wirklich eines derart großen, zentral platzierten Kruzifixes bedurfte. Und ob dieses nicht mit der verfassungsrechtlich verbürgten Freiheit kollidiere, keinen bestimmten Glauben zu haben. Gewiss hätte sich eine Lösung in diesem Einzelfall gefunden. Denn darum handelt es sich hier: um einen Einzelfall, der weder zum Kulturkampf taugt noch für so einen instrumentalisiert werden darf.
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