Dieses Ergebnis hat so einige dann doch überrascht: Bayernweit ist die Beteiligung an den Pfarrgemeinderatswahlen im Vergleich zu denen von 2022 wieder gestiegen. Nach einer ersten Analyse des Landeskomitees der Katholiken in Bayern haben am Sonntag knapp 600.000 Gläubige über 14 Jahren in den sieben bayerischen (Erz-)Diözesen von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das seien nach bisherigem Auszählungsstand 14,3 Prozent – und damit etwa 1,6 Prozentpunkte mehr (2018: 17,5 Prozent). Insgesamt wurden den Angaben zufolge exakt 23.788 Mitglieder in die neuen Pfarrgemeinderäte gewählt, darunter 16.377 Frauen und 7.411 Männer.
Der Vorsitzende des Landeskomitees, Christian Gärtner, sprach von einem positiven Trend. Als einen Grund dafür nannte er den Erfolg einer bayernweiten Kampagne, die viele Menschen erreicht habe. Zudem konnte im Erzbistum München und Freising sowie im Bistum Eichstätt dieses Mal auch online gewählt werden, was offensichtlich zu einer höheren Wahlbeteiligung führte. „Es gibt nach wie vor ein breites Interesse, sich vor Ort zu engagieren“, sagte Gärtner unserer Redaktion. „Die Menschen wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt. Die Pfarrei ist kein Auslaufmodell.“
Landeskomitee-Vorsitzender Christian Gärtner: „Die Pfarrei ist kein Auslaufmodell“
Pfarrgemeinderatswahlen gelten als ein Spiegel: Wie ist es um das kirchliche Leben bestellt in Zeiten einer anhaltenden Vertrauenskrise in die Kirche? Wer engagiert sich ehrenamtlich noch oder neu in einer Institution, der seit Jahren die Mitglieder teils scharenweise davonlaufen und die an Sichtbarkeit verliert, etwa, weil sie sich aus Kostengründen von Pfarrheimen und manchem Gotteshaus trennt? Wer also unterstützt Pfarrer und Seelsorgeteam und bringt sich aktiv in die Gemeinde ein – bei Weitem nicht nur durch Kuchenbacken fürs Pfarrfest?
Eine Antwort geht überdeutlich aus den Statistiken hervor. Sie bestätigt ein Bild, das bereits 2022 zu sehen war: Pfarrgemeinderäte in Bayern werden weiblicher. Der Frauenanteil war damals von 62 auf 67 Prozent gestiegen. Nun liegt er bei knapp 69 Prozent.
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