Ein Pilotprojekt in Erlangen soll dem Ärger mit sogenannten „Elterntaxis“ entgegenwirken. Viele Eltern fahren ihre Kinder zur Schule. Vor dem Gebäude kommt es jedoch immer wieder zu Unfällen. Der Stadtteilbeirat und die Schulen haben mehrfach Sicherheitsprobleme durch zu viele „Elterntaxis“ gemeldet, wie es auf der Internetseite der Stadt Erlangen heißt. Die Stadt geht deswegen gegen das Problem vor – mit einer Schulstraße.
So funktioniert die Schulstraße in Erlangen
Was hat es damit auf sich? Die Liegnitzer Straße in Erlangen, an der Schulen liegen, darf täglich während der Schulstart- und Endzeiten nicht von Autos befahren werden. Dies betrifft drei Zeiträume pro Tag. Ausgenommen sind nur Anwohnende und Lehrer. Die Polizei kontrolliert in diesem Zeitraum den Straßenabschnitt. Wer dennoch die Straße nutzt, muss laut eines Berichts von Frankenschau aktuell ein Verwarnungsgeld von 50 Euro zahlen. Das Projekt soll nicht nur mehr Sicherheit bringen, sondern die Schülerinnen und Schüler zu mehr Bewegung animieren. Viele Eltern zeigten sich im Bericht froh, dass etwas für die Sicherheit ihrer Kinder getan werde. Eine zusätzlich eingerichtete „Hol- und Bringzone“ - 200 Meter von der Schule entfernt - bietet den Eltern die Möglichkeit, kurzzeitig zu parken.
Ein halbes Jahr lang soll das Projekt laut Frankenschau aktuell laufen. Sollte es sich bewähren, dann werden in Erlangen weitere Schulstraßen eingerichtet.
Uneinigkeit beim Thema Schulweg
Das Thema Schulweg sorgt auch anderswo für Bachschmerzen. So etwa in Ries. Dort sorgt aktuell der Fall einer Mutter, die sich einen späteren Schulbus für ihr Kind wünscht, für Diskussionen. Denn schließlich kann nicht jedes Kind von den Eltern zur Schule gebracht werden. Und der Fahrtweg zur Schule mit ÖPNV ist immer auch eine Kostenfrage. Die Tochter einer Frau aus Mönchsdeggingen kann nicht nachvollziehen, warum ihre Tochter um 5.30 Uhr aufstehen muss, um den Schulbus zu erwischen. Sie sorgt sich um die Gesundheit ihres Kindes wegen Schlafmangels.
Das Thema langer Schulweg stieß dabei auf unterschiedliche Meinungen. Während die einen finden, es sei gut, dass so etwas thematisiert werde, sagen andere, dann müsse das Kind eben früher ins Bett gehen.
Sicherheit beim Schulweg in Augsburg: Stempelaktion läuft bis März
In Augsburg möchte aktuell eine Kampagne die Sicherheit auf dem Schulweg fördern. Mit der Stempelaktion „Lass das Elterntaxi stehen“ soll auch hier für mehr Sicherheit gesorgt werden. Die Aktion findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Knapp 30 Grundschulen beteiligten sich daran. Augsburger Grundschulkinder können Bonuspunkte sammeln und sogar Preise gewinnen, wenn sie zu Fuß zur Schule gehen. Darunter etwa Freikarten fürs Schwimmbad oder Museen. Die Kampagne läuft bis März. Sie ist ein Teil der städtischen Kampagne „Fair im Verkehr #Bittedanke“.
Dabei steht neben der Sicherheit der Kinder auch das soziale Miteinander im Fokus. „Kinder sammeln durch den gemeinsamen Fußweg in die Kita wertvolle Erfahrungen und entwickeln ein Gespür für ihre Umgebung“, sagte Diana Schubert, die Leiterin des Amtes für Kindertagesbetreuung, unserer Redaktion.
Wie unterschiedlich die Herausforderungen auch sein mögen – am Ende geht es überall um denselben Wunsch: einen sicheren Schulweg. Und genau dort setzt auch Erlangen mit seiner neuen Schulstraße an. Vielleicht könnte ein ähnliches Pilotprojekt ja auch in Schwaben Probleme von Eltern und Schülern lösen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren