Am Samstag also soll die wichtigste Verkehrsader über die Alpen vorübergehend blockiert und der Verkehrsinfarkt bis weit nach Bayern hinein provoziert werden. Davon betroffen werden nicht nur Urlauber sein, die auf dem Weg nach Süden sind, sondern auch zahlreiche andere Menschen, für die es unvermittelt nicht mehr weitergeht. Der Protest am Brenner trifft einen neuralgischen Punkt und wird wehtun. Das ist schlimm - und dennoch notwendig. Denn die Politik muss endlich aufwachen.
Die Probleme am Brenner sind nicht über Nacht aufgetaucht oder gar zufällig. Sie sind die Folge eines wachsenden Waren- und Menschenstroms über die Alpen, der neu und besser kanalisiert werden muss. Doch an dieser Aufgabe scheitern die Anrainerstaaten kläglich. Deutschland und Bayern bringen den Ausbau der Bahnverbindung nicht aufs Gleis, Österreich verweigert sich Übergangslösungen, welche die vorhandene Straße besser ausnutzen würden. Stattdessen werden lieber Kraftfahrer mit Verboten drangsaliert, um beim heimischen Publikum Punkte zu machen. Ebenfalls unter die Populismus-Kategorie fällt Italiens Klage gegen Blockabfertigungen und Co. Und Europa? Scheint herzlich desinteressiert.
Der Mega-Stau am Brenner und seine Folgen für Bayern
Was nötig wäre, ist ein gemeinsamer Fahrplan, wie die Lage am Brenner entschärft werden kann. Das ist - zugegeben - eine Aufgabe über Jahrzehnte. Doch wer den Menschen stattdessen nur eine Sackgasse präsentiert, darf sich nicht wundern, wenn er den Mega-Stau erntet.
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