Mit dem Winter scheint sich auch die Grippe-Zeit zu verabschieden. Die Infektionszahlen sind zuletzt zurückgegangen und das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in seinem Wochenbericht nun auch: „Das Ende der Grippewelle deutet sich an“. Sicher eine gute Nachricht, die allerdings nicht heißt, dass Atemwegserkrankungen aktuell gar keine Rolle mehr spielen. Denn gleich der nächste Satz im Bericht des RKI lautet: „Die RSV-Welle hält weiter an, RSV-Erkrankungen betreffen aktuell fast alle Altersgruppen.“
RSV-Welle noch aktiv, Grippe-Welle aber offenbar überstanden
Der RKI-Bericht vermittelt dennoch keinen besonderen Grund zur Sorge. Zwar sind weiterhin viele RS-Viren unterwegs und auch die Zahl der durch Rhinviren ausgelösten Erkältungen ist durchaus hoch. Aber: „Die Zahl der Arztbesuche sowie die Zahl der Hospitalisierungen aufgrund akuter Atemwegserkrankungen blieben in den letzten Wochen unter den Werten der Vorsaison um diese Zeit.“ Insgesamt seien die Zahlen auf einem für die Saison eher niedrigen Niveau. Alle Zahlen aus dem RKI-Wochenbericht beziehen sich auf die 11. Kalenderwoche, also die Zeit vom 9. bis 15. März.
Die Daten stammen teilweise aus Befragungen und der Zahl der gemeldeten Fälle. Weil aber längst nicht alle Fälle gemeldet werden, geben auch Untersuchungen von Abwasser einen guten Überblick darüber, welche Viren aktuell wie stark verbreitet sind.
Bei der Influenza und auch der jüngsten Corona-Welle scheinen die Hochpunkte überschritten, das zeigen auch die Abwasserdaten für diese beiden Viren. Die Last der RS-Viren im Abwasser sei zuletzt allerdings wieder gestiegen, heißt es im Bericht des RKIs. Die Zahl der Genkopien hat dabei noch nicht ganz das Niveau vom Jahresanfang 2025 erreicht.
RSV-Last an allen bayerischen Abwasser-Messstationen „sehr hoch“
In Bayern gibt es das Bay-Voc-Dashboard, ein Projekt des Bayerischen Gesundheitsministeriums, das Covid-, Influenza- und RSV-Nachweise im Abwasser bayerischer Städte und Gemeinden analysiert. Das Bild deckt sich weitestgehend mit dem des RKI.
Fast alle bayerischen Messstellen zeigen einen sehr niedrigen Wert für Coronaviren – hier gibt es aber mit Zusmarshausen einen Ausreißer. Hier stieg der Wert im März an, aktuell ist die Corona-Last dem Dashboard zufolge „moderat“.
Bei der Influenza ist das Bild noch etwas gemischter, hier sind die Werte meist niedrig, an mehreren Standorten aber ebenfalls „moderat“. Als Durchschnittswert für den gesamten Freistaat meldet das Dashboard „niedrig“.
Und auch in Bayern läuft die RSV-Welle weiterhin: An allen Messstellen wird die Zahl der RS-Viren als „sehr hoch“ angegeben, der Wert blieb zuletzt auf einem hohen Niveau stabil. Die aktuellsten Messwerte im Bay-VOC-Dashboard stammen vom 16. März.
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