Indem Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen, sollen sie ihre Leistungsrückstände langfristig aufholen können. Der Maßnahme liegt auch die Überzeugung zugrunde, dass eine Klasse erfolgreicher lernt, wenn alle ungefähr auf einem Niveau sind. Doch die empirische Bildungsforschung zeigt, dass Sitzenbleiben den Betroffenen selbst nur wenig nützt.
Wie etwa eine Berliner Pädagogik-Studie zeigte, verbessern sich zwar anfangs oft deren Leistungen, doch langfristig fallen sie häufig wieder hinter ihre Mitschülerinnen und -schüler zurück. Egal, ob man nun für oder gegen das Sitzenbleiben ist, eins dürfte jedem klar sein: Um dauerhaft mithalten zu können, brauchen Kinder und Jugendliche, die zwischen den Noten fünf und sechs pendeln, vor allem Lernangebote, die ihre individuellen Schwierigkeiten anpacken und sie wieder zum Lernen motivieren.
Theoretisch gibt es Förderstunden an Bayerns Schulen
Stattdessen sind sie auch bei der „Ehrenrunde“ in ihren Problemfächern oft auf sich allein gestellt und müssen sogar Stoff aus Fächern wiederholen, in denen sie eigentlich schon firm sind.
Theoretisch ist in Bayern individuelle Hilfe möglich: etwa durch Förderunterricht oder Intensivierungsstunden. Doch wie so oft schlägt der Lehrkräftemangel gnadenlos zu. Dass so viele Lehrerinnen und Lehrer fehlen, ist ein noch viel größeres Problem als das Sitzenbleiben an sich.
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