Wer im Hochsommer mit dem Auto in den Urlaub fährt, braucht gute Nerven. Denn die Wochenenden von Mitte Juli bis Ende August sind besonders staureich, wie aus einer Staubilanz des ADAC hervorgeht. Wer sich dennoch zur Hauptreisezeit auf den Weg macht, sollte deutlich mehr Zeit einplanen. Besonders heftig trifft es momentan Urlauber, die Richtung Italien aufbrechen.
Bereits für das letzte Juli-Wochenende hatte der ADAC starken Reiseverkehr angekündigt – was sich auch bestätigen sollte. Der Grund: der Beginn der Sommerferien. Traditionell zählt das letzte Juliwochenende zu den staureichsten des Jahres.
Anfang August wird es wohl noch voller auf den Straßen werden. Der ADAC prognostiziert hohe bis sehr hohe Staugefahr an allen Augustwochenenden. Hinzu kommen aktuell die Bauarbeiten am Brenner und Verkehrskontrollen. Laut ADAC gibt es derzeit fast 1250 Autobahnbaustellen deutschlandweit. Viele von ihnen bleiben auch während der Sommerreisezeit in Betrieb.
Staus auf den Straßen: Baustelle am Brenner erhöht den Druck weiter
Auf der österreichischen Seite des Brenners wird weiterhin gebaut. Die Erneuerung der 1,8 Kilometer langen Luegbrücke erhöht die Belastung auf den Straßen. In den kommenden beiden Monaten soll die Brücke zwar zweispurig befahrbar sein; trotzdem bleibt es eng.
Generell rät der ADAC, auf andere Reisetage auszuweichen als das Wochenende. Geeignete Wochentage seien Dienstag bis Donnerstag. Dennoch sollte man auch an diesen Tagen die Rushhour am Morgen und späten Nachmittag meiden. Flexible Reisende hingegen sollten sich Alternativrouten suchen. Außerdem: die Zeiten im Berufsverkehr morgens und abends sollte man möglichst meiden. Der ADAC empfiehlt eine Nachtfahrt, sofern das möglich ist.
Sich über die aktuelle Baustellen- und Stausituation vor Reiseantritt zu informieren, sei ebenso wichtig wie Erholungspausen. Alle 90 Minuten sollte eine Pause eingelegt werden, wenn Kinder im Gepäck sind.
Generell gilt für den Verkehr: Autofahrer sollten das Reißverschlussverfahren beim Wegfallen einer Spur konsequent umsetzen, sich also erst am Ende der Spur zügig einordnen. Nicht zu überholen und genügend Abstand einzuhalten sind ein Muss.
A8 Richtung Salzburg: Nun werden Abfahrtsverbote diskutiert
Die Gemeinden entlang der A8 von München Richtung Salzburg leiden unter der Verkehrssituation zur Hauptreisezeit. Deswegen werden schon seit Längerem Durchfahrtsverbote diskutiert, um Reisende auch bei Staus auf den Autobahnen zu halten. Vorbild ist etwa Tirol: Dort gelten seit Jahren Durchfahrtsverbote für den überregionalen Verkehr in den Spitzenreisezeiten. Besonders kritisch ist die Lage im Großraum Rosenheim. Inzwischen greifen die Gemeinden dort durch.
Auch das Bundesverkehrsministerium meldete sich im Juli zu Wort und deutete eine baldige Lösung an. Wie der neue parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange (CSU) in der BR-Sendung „Jetzt red i“ ankündigte, solle es konkrete Lösungen zur Besserung der Situation geben. So kündigte er etwa an, dass die Autobahn GmbH bei Baumaßnahmen, die absehbar Staus produzieren, zu Sofortmaßnahmen greifen werde. Zuvor berichteten die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk.
Zu diesen Maßnahmen zählt etwa das Aufstellen von weißen Hinweistafeln. „Bei Stau auf der Autobahn bleiben“ und digitale Anzeigetafeln, die auf Sperrungen auf Landstraßen verweisen. Zuständig für konkrete Maßnahmen bleiben die Landratsämter. Sollten die jedoch Durchfahrtsverbote verhängen, werde die Autobahn GmbH „umgehend an den Anschlussstellen durch entsprechende Beschilderung deutlich machen, dass die betreffenden Ortsdurchfahrten gesperrt sind“, so Lange.
Auslöser war ein Brief des Rosenheimer Landrats Otto Lederer (CSU), der sich gemeinsam mit Bürgermeistern von 14 Gemeinden an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gewandt hatte, um zeitlich befristete Abfahrverbote auf den Weg zu bringen.
Das sind laut ADAC aktuell die belastetsten Straßen
- Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee
- A1 Köln – Dortmund und Bremen – Hamburg
- A2 Berlin – Magdeburg – Hannover
- A3 Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau
- A4 Kirchheimer Dreieck – Bad Hersfeld – Erfurt – Dresden
- A5 Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe – Basel
- A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
- A7 Hamburg – Flensburg
- A7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
- A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
- A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München
- A10 Berliner Ring
- A11 Berlin – Dreieck Uckermark
- A19 Dreieck Wittstock – Rostock
- A24 Hamburg – Berlin
- A61 Mönchengladbach – Koblenz - Ludwigshafen
- A93 Inntaldreieck – Kufstein
- A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
- A99 Umfahrung München
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren