Mit Beginn der Frühschicht gegen 3.30 Uhr sollte vielerorts die Arbeit niedergelegt werden. Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Frank Riegler sind neben München und Augsburg auch Nürnberg, Fürth, Erlangen, Regensburg, Bamberg und Landshut von Warnstreiks betroffen.
In Augsburg soll es keinen Notfahrplan geben. Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG kündigte dagegen an, mit rund 200 privaten Bussen ein Notnetz aufbauen zu wollen. Außerdem würden 36 zusätzliche S-Bahnen eingesetzt.
Die Gewerkschaft fordert für die rund 6500 Beschäftigten in den kommunalen bayerischen Verkehrsbetrieben 9,5 Prozent mehr Lohn, mindestens 250 Euro. Am Donnerstag soll weiterverhandelt werden.
"Dass wir auf diese Forderungen nicht eingehen können, ist doch verständlich", sagte Armin Augat, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Bayern, auf Anfrage. "Die Finanzkrise ist nicht im Nahverkehr ausgelöst worden, aber sie geht daran nicht spurlos vorbei." Höhere Zulagen für Schichtarbeiter seien allerdings denkbar, sagte Augat. Sollte die Forderung der Gewerkschaft erfüllt werden, wäre seiner Ansicht nach eine Fahrpreiserhöhung die Folge.
Arbeitgeber halten Streiks für "voreilig und überzogen"
Dass die Beschäftigten schon nach der ersten Verhandlungsrunde ihre Arbeit niederlegen wollten, bezeichnete Augat als verfrüht. "Das ist voreilig und überzogen", sagte der KAV-Geschäftsführer. Er sprach sich für eine "moderate" Arbeitszeitverlängerung von 38,5 auf 39 oder 40 Stunden pro Woche aus. Dagegen sagte Verdi-Verhandlungsführer Riegler: "Wir wollen erreichen, dass die Menschen auch noch relativ gesund in die Rente gehen können."
Für den Fall, dass es auch in der dritten Verhandlungsrunde am 2. März zu keiner Einigung kommen sollte, schloss die Gewerkschaft "einen unbefristeten Arbeitskampf ab dem 10. März" nicht aus.
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