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Kommunalwahl in Bayern 2026: So will Landtagspräsidentin Aigner mehr Frauen zu Bürgermeisterinnen machen

Kommunalwahl 2026

„Das ist alles kein Hexenwerk“: Landtagspräsidentin Aigner will mehr Frauen in die Rathäuser holen

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    Leerer Stimmzettel: Mindestens zwei Kommunen in Bayern haben immer noch keinen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 8. März.
    Leerer Stimmzettel: Mindestens zwei Kommunen in Bayern haben immer noch keinen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 8. März. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Ein Monat noch, dann werden knapp 40.000 Mandatsträger in Bayerns Städten und Gemeinden neu gewählt, darunter mehr als 2000 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen. Fast 800 dieser Rathauschefs führen ihre Kommunen ehrenamtlich – und weil die Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2026 so schwierig war wie selten zuvor, erhält die Debatte darüber, ob der ehrenamtliche Bürgermeister noch zeitgemäß ist, neuen Zündstoff.

    Dass die Arbeit als Gemeindeoberhaupt heute anstrengender ist als in den vergangenen Jahrzehnten, räumt auch die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ein. „In der Tat ist die Leitung einer Gemeinde komplexer geworden“, sagt Aigner im Interview mit unserer Redaktion. „Die Organisation einer Struktur zur Kinderbetreuung etwa – Stichwort Recht auf Ganztag – ist heute eine ganz andere Herausforderung als vor 30 Jahren.“ Dasselbe gelte für die Betreuung der älteren Generation. „All das wirkt sich bei einer kleinen Gemeinde genauso aus wie bei einer großen.“

    In kleinen Gemeinden arbeiten 98 Prozent der Bürgermeister ehrenamtlich

    Man habe die Einwohnerzahl, bis zu der ein Bürgermeister ehrenamtlich tätig ist, ja schon nach unten geschraubt. Selbst kleine Gemeinden können inzwischen beschließen, ihren Bürgermeister hauptamtlich arbeiten zu lassen. Dennoch: In Orten unter 2000 Einwohnern sind bis heute 84 Prozent der Rathauschefs ehrenamtlich im Dienst. Wo weniger als 1000 Menschen leben, sogar 98 Prozent.

    Der Politikwissenschaftler Martin Gross von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität schlägt deshalb eine komplette Umkehr der bisherigen Regelung vor. „Ich würde es genau andersrum machen: dass Bürgermeister grundsätzlich hauptamtlich arbeiten und man einen Gemeinderatsbeschluss braucht, wenn das Amt ehrenamtlich ausgeübt werden soll“, sagt Gross unserer Redaktion. Der Arbeitsaufwand als Ehrenamtlicher sei neben einem Beruf oft kaum zu schaffen. „Die Rathauschefs haben ein Pensum, das locker an das eines Landtagsabgeordneten heranreicht – oder teils sogar darüber hinaus.“

    Der Bayerische Gemeindetag sieht für eine Reform gerade keine Notwendigkeit: „Hauptamt und Ehrenamt stehen für uns klug nebeneinander“, erklärt Sprecher Matthias Simon. Man wolle nämlich alle Berufsgruppen erreichen. „Manchmal findet sich auch durch das Ehrenamt leichter ein Bewerber, weil dieser seinen Beruf nach wie vor ausüben kann.“

    Verwaltungsgemeinschaften können Bürgermeister entlasten

    Anfeindungen in den sozialen Medien und an Infoständen indes tragen dazu bei, dass die Bewerbersuche bei den nächsten Kommunalwahlen 2032 nicht einfacher werden dürfte. „Wenn Gemeinden sich schwertun, Kandidaten zu finden, müsste man darüber nachdenken, noch mehr Ortschaften zu Verwaltungsgemeinschaften zusammenzulegen“, sagt Experte Gross, der am Geschwister-Scholl-Institut der LMU das Handeln politischer Akteure erforscht. „Das würde vor Ort natürlich Widerstände auslösen. Aber was ist denn die Alternative auf Dauer?“

    Landtagspräsidentin Ilse Aigner sieht bei der Suche nach Personen im politischen Ehrenamt jedoch noch ungeschöpftes Potenzial: bei den Frauen im Freistaat. Sie hat lange vor der Wahl am 8. März eine parteiübergreifende Initiative gestartet: „Bavaria ruft“ will mehr Kandidatinnen für die Kommunalpolitik begeistern. „Frauen trauen sich selbst oft weniger zu, als sie sich zutrauen könnten“, sagt Aigner. „Bavaria ruft“ soll mithilfe amtierender Bürgermeisterinnen zeigen: „Das ist alles kein Hexenwerk.“

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