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Terrorgefahr: So steht es um die Sicherheit bei Faschingsumzügen

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Anschlagsgefahr bei Faschingsumzügen: Das sagt Bayerns Innenminister

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    Verwundbare Großveranstaltungen: In den nächsten Tagen ziehen die Faschingsumzüge Zehntausende von Menschen an. (Archivbild)
    Verwundbare Großveranstaltungen: In den nächsten Tagen ziehen die Faschingsumzüge Zehntausende von Menschen an. (Archivbild) Foto: Marcus Merk

    Ein Lastwagen rast in Niederbayern auf einem Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge. Dieser mörderische Plan hätte vergangenen Dezember im Raum Dingolfing-Landau wahr werden können, doch nach einem Tipp des Verfassungsschutzes griff die Polizei in einem frühen Stadium zu und setzte fünf Männer aus Marokko, Syrien und Ägypten fest. Drei sind vor wenigen Tagen nach Marokko ausgewiesen worden, zwei erwartet in Deutschland ein Strafverfahren. Der Fall zeigt, wie verwundbar Großveranstaltungen sind – das gilt auch für die Faschingsumzüge in den kommenden Tagen. Das Innenministerium spricht von einer abstrakt hohen Terrorgefahr – konkrete Hinweise auf eine akute Gefährdung gebe es aber nicht.

    Faschingsumzüge: Innenminister warnt vor zu hohen Auflagen

    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der am Mittwoch dem Innenausschuss des Landtags über den vereitelten Terroranschlag von Dingolfing-Landau berichtet hat, sagte gegenüber unserer Redaktion: „Unsere Gesellschaft ist verwundbar. Aber es gibt keinen Grund, jetzt nur noch voller Ängste oder Sorgen unterwegs zu sein. Wir sind gleichzeitig eines der Länder mit dem weltweit höchsten Sicherheitsniveau.“ Herrmann verwies darauf, dass Veranstalter, Polizei und örtliche Behörden viel Erfahrung darin hätten, die Faschingsumzüge sicher abzuwickeln. „Wir fangen ja nicht bei null an.“

    Zuständig für die Sicherheitskonzepte sind – wie bei den Weihnachtsmärkten auch – die Städte und Gemeinden. Herrmann, der am Sonntag den Faschingsumzug bei sich daheim in Erlangen besuchen wird, warnte aber vor übertriebenen Auflagen. „Wir dürfen den Sicherheitsaufwand auch nicht so hoch treiben, dass das Ganze am Schluss nicht mehr bezahlbar ist und dann gar Festivitäten ganz abgesagt werden.“ Denn sonst hätten Islamisten oder andere potenzielle Attentäter am Ende doch Erfolg.

    Nach den Amokfahrten der vergangenen Monate haben die meisten Kommunen die Auflagen für die Umzüge noch einmal verschärft, insbesondere der Anschlag auf eine Verdi-Demo in München fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat in Bayern für Entsetzen gesorgt. Nach den Worten von Christoph Spies stellen hohe Sicherheitsauflagen die Veranstalter von Faschingsumzügen aber vor wachsende Probleme, vereinzelt werden deshalb Veranstaltungen abgesagt. Spies repräsentiert als Präsident des Regionalverbands der Bayerisch-Schwäbischen Fastnachtsvereine knapp 140 Vereine mit mehr als 22.000 Mitgliedern. Deren ehrenamtliches Engagement sei riesig, habe aber auch Grenzen. „Terror-Abwehr ist nicht Aufgabe der Vereine.“

    Rund um die Faschingsumzüge gibt es darüber hinaus eine Reihe weiterer sicherheitsrelevanter Themen, etwa die Unfallgefahr. Spies plädiert dafür, dass Veranstalter und Kommune gemeinsam einen gangbaren Weg ausloten und mahnt dabei auch die Vereine zur Vernunft. Die Umzüge müssten nicht immer länger und lauter werden, die Faschingswagen nicht immer noch größer und von noch stärkeren Maschinen gezogen. Auf der anderen Seite vermisst Spies auch bei örtlichen Behörden Augenmaß. „Wenn einem auch noch die Anzahl der Toilettenhäuschen an der Umzugsstrecke vorgeschrieben wird, wird es langsam komisch.“

    Messer verboten: Polizei kündigt Taschenkontrollen an

    Bayerns Polizei wird in den kommenden Tagen im Umfeld der Umzüge verstärkt aktiv. Das Innenministerium kündigt selektive Personen- und Taschenkontrollen an, auch wegen des seit Oktober 2024 geltenden Messerverbots auf Veranstaltungen. Dazu gehören ebenso verstärkte Alkohol- und Drogenkontrollen im Straßenverkehr.

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