Die Armutsquote in Deutschland ist weiter gestiegen. Sie erhöht sich um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent. Das geht aus dem Armutsbericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbands hervor. Demnach leben hierzulande insgesamt 13,3 Millionen Menschen in Armut. Das stellt einen neuen Höchststand in den vergangenen Jahren dar. Wirft man einen Blick in die Bundesländer, dann zeigt sich, dass die Armutsquoten zwischen ihnen sehr weit auseinandergehen.
Bayern hat niedrigste Armutsquote – Bremen die höchste
Wie der Paritätische Gesamtverband erklärt, beziehen sich die neuesten Zahlen auf das Jahr 2025. Betrachtet wurde demnach die relative Einkommensarmut: Das bedeutet, dass das Einkommen der Betroffenen nicht ausreicht, „um in angemessener Weise an der Gesellschaft teilhaben zu können“. Das bezieht sich auf Einkäufe und Essen, aber auch darauf, dass sich laut dem Verband Millionen Menschen unerwartete Ausgaben nicht leisten könnten, beim Heizen sparen oder auf gesellschaftliche Teilhabe verzichten müssten.
Die Armutsquoten in den deutschen Bundesländern klaffen dabei weit auseinander. Das Risiko, in Armut zu leben, ist demnach in einigen Regionen deutlich höher als in anderen. Bayern steht im Vergleich am besten da. Im Freistaat sind 12,6 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen – umgerechnet ist das etwa jede achte Person. Die Spanne reicht bis 27,5 Prozent in Bremen. In dem norddeutschen Stadtstaat lebt somit mehr als jeder Vierte in Armut.
Schwaben hat prozentual die wenigsten Armen
Laut dem Wohlfahrtsverband steht Schwaben mit 11,4 Prozent Armutsquote im bayernweiten Vergleich am besten da. Auch Oberbayern (11,8 Prozent) und Niederbayern (12,3 Prozent) gehören zu den ungefährdetsten Regionen für Armut.
Nicht nur die Armutsquote für ganz Deutschland ist laut dem Bericht außerdem gestiegen, sondern auch die Differenz zwischen den Bundesländern. Der Unterschied in den Armutsquoten zwischen Bayern und Bremen beträgt 14,9 Prozentpunkte, im Vorjahr hatte sie noch bei 14,1 Prozentpunkten gelegen. „Dies verdeutlicht eine weitere Spreizung der Lebensverhältnisse zwischen wirtschaftsstarken und strukturschwächeren Regionen“, heißt es dazu im Armutsbericht des Paritätischen. Und weiter: „Insgesamt zeigt sich, dass insbesondere die süddeutschen Bundesländer vergleichsweise niedrige Armutsrisiken aufweisen, während vor allem Stadtstaaten sowie strukturschwächere ostdeutsche Bundesländer deutlich stärker betroffen sind.“
Nicht nur regional treiben die Armutsquoten dabei auseinander. Auch bei den Bevölkerungsgruppen sind einige deutlich armutsgefährdeter als andere. Zu den am stärksten betroffenen Gruppen gehören Ältere, Frauen und Alleinerziehende, aber auch Alleinlebende. „Wir sehen eine Gesellschaft, die sozial weiter auseinanderdriftet“, wird Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, in der Mitteilung zitiert. „Menschen spüren das. Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit. Das spielt Populisten und Extremisten in die Hände“, so Rock.
Das sind Armutsquoten der Bundesländer im Vergleich
Das sind die Armutsquoten der Bundesländer in der Übersicht – von der niedrigsten zur höchsten Quote:
- Bayern: 12,6 Prozent
- Baden-Württemberg: 13,2 Prozent
- Brandenburg: 14,7 Prozent
- Saarland: 15,5 Prozent
- Rheinland-Pfalz: 15,9 Prozent
- Sachsen: 16,7 Prozent
- Mecklenburg-Vorpommern: 16,8 Prozent
- Schleswig-Holstein: 16,8 Prozent
- Hessen: 17,3 Prozent
- Niedersachsen: 17,4 Prozent
- Thüringen: 17,4 Prozent
- Nordrhein-Westfalen: 17,6 Prozent
- Berlin: 18,7 Prozent
- Hamburg: 18,9 Prozent
- Sachsen-Anhalt: 21,3 Prozent
- Bremen: 27,5 Prozent
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