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VdK Bayern will Verena Bentele rauswerfen – diese reagiert

Sozialverband

Verena Bentele will um den Landesvorsitz kämpfen: Darum geht es im Streit beim VdK Bayern

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    Verena Bentele ist nicht nur Präsidentin des Sozialverbands VdK, sie ist auch bayerische Landesvorsitzende. Doch in Bayern droht ihr nun die Abberufung.
    Verena Bentele ist nicht nur Präsidentin des Sozialverbands VdK, sie ist auch bayerische Landesvorsitzende. Doch in Bayern droht ihr nun die Abberufung. Foto: Marlene Gawrisch

    „Wer nicht daran glaubt, dass er gewinnen kann, hat schon verloren“ – dieser Satz steht auf der Homepage von Verena Bentele. Die frühere Spitzensportlerin, die 1982 in Lindau am Bodensee geboren und von Geburt an blind ist, holte bei den Paralympics eine Goldmedaille nach der anderen. Jetzt allerdings muss sie nicht um eine sportliche Auszeichnung ringen, sondern um ihren Vorsitz beim Sozialverband VdK in Bayern. Dort ist ein offener Machtkampf ausgebrochen – und in diesem will sich eine der erfolgreichsten Athletinnen ihrer Zeit nicht geschlagen geben.

    So viele Mitglieder hat der VdK in Bayern

    Mit etwa 850.000 Mitgliedern ist Bayern der größte VdK-Landesverband und Bentele nicht nur das bekannteste Gesicht des Sozialverbands auf Bundesebene, sondern eben auch im Freistaat. Der gemeinnützige Verein vertritt die Interessen seiner Mitglieder. Das sind insbesondere Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen und deren Angehörige. Geht es ums Elterngeld, die Regelarbeitszeit oder Pflegekosten – Bentele meldet sich zu Wort, seit sie 2018 Präsidentin des VdK auf Bundesebene und seit 2023 auch bayerische Landesvorsitzende ist. Doch nun wackelt der Landesvorsitz der Wahlmünchnerin.

    Wie der VdK Bayern mitteilt, hat der Landesvorstand den Landesausschuss gebeten, „ein Verfahren zur Abberufung von Verena Bentele und Konrad Gritschneder (Schatzmeister, Anmerkung der Red.) aus dem Landesvorstand des VdK Bayern einzuleiten“. Dieser Schritt erfolge, „nachdem intensive Gespräche über eine einvernehmliche Lösung ohne Ergebnis geblieben sind“. Die Entscheidung, dieses Verfahren einzuleiten, beruhe „auf völlig gegensätzlichen Auffassungen darüber, wie der Verband zu führen ist“. Und weiter: „Der Verband und der Landesvorstand werden durch demokratische Mehrheitsentscheidungen geführt. Alleingänge passen nicht in diese Kultur.“ Nach eigenen Angaben besteht der Landesvorstand aus gleichberechtigten Mitgliedern, die den Verband gemeinsam führen.

    Doch so einfach will sich Bentele (44) nicht rauswerfen lassen. Den entsprechenden Beschluss soll der rund 100-köpfige Landesausschuss in einer Sitzung Mitte Juni fassen. Die Vorsitzende aber bestreitet die Zuständigkeit des Gremiums. „Ich wurde von den Delegierten des Landesverbandstages gewählt. Deshalb können auch nur diese darüber entscheiden, ob sie mir weiterhin ihr Vertrauen schenken.“ Der Landesvorstand beruft sich wiederum auf die Satzung und das Vereinsrecht. Danach könne der Landesausschuss als Kontroll- und Aufsichtsgremium des Landesvorstands ein solches Verfahren prüfen und einleiten.

    Verena Bentele hat bei den Paralympics Sportgeschichte geschrieben

    Auch inhaltlich widerspricht Bentele ihren Kritikern um den VdK-Vize Hermann Imhof. Bentele schreibt in ihren Stellungnahmen, es gehe bei dem Konflikt „nicht um persönliche Machtfragen, sondern um die Zukunft und die professionelle Aufstellung“ des VdK in Bayern. Sie habe als Landesvorsitzende zusammen mit dem Schatzmeister und der Landesgeschäftsführung vereinbart, „ein Coaching durchzuführen, um insbesondere die Zuständigkeiten zu klären und die Kommunikation zu verbessern“. Danach habe sich aber „überhaupt nichts geändert – die Kommunikation zwischen Vorstand und Geschäftsführung verbesserte sich nicht. Ich habe keine Bereitschaft erkannt, Abläufe zu optimieren.“ Dabei wolle sie es nicht belassen und damit kämen „wesentliche Teile des Vorstands nicht zurecht“.

    Ursprünglich sollte der Streit intern und geräuschlos geregelt werden. Doch nach ersten Medienberichten gingen nun beide Seiten an die Öffentlichkeit. Intern scheint die Unruhe ohnehin groß. Der bayerische VdK sah sich bereits genötigt darauf hinzuweisen, dass seine Handlungsfähigkeit „uneingeschränkt gewährleistet“ sei.

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