Dass politische Verantwortliche aus Bayern, Österreich und Südtirol in Sachen Verkehr an einem Strang ziehen, ist keine Selbstverständlichkeit: Insbesondere der Verkehr am Brenner, ob auf der Straße oder der Schiene, hatte das in der Vergangenheit gezeigt. Eine Demonstration, wegen der an einem Pfingstferien-Samstag, dem 30. Mai, der Brenner stundenlang für den Autoverkehr gesperrt wird, hat nun allerdings für ungewöhnliche Allianzen gesorgt. Aus allen drei Ländern gab es Kritik, gegen die sich der Initiator der Veranstaltung jetzt wehrt und von „Hysterie“ spricht.
Bei ihm handelt es sich um den Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Gegenüber dem Münchner Merkur sagte er, er verstehe die „Hysterie wegen der paar Stunden“ nicht. Gesperrt wird die Autobahn zwischen 11 und 19 Uhr. Um massenhaften Ausweichverkehr vorzubeugen, gilt selbiges für die Brennerstraße (B182) und die Ellbögener Straße (L38).
Demonstration legt Brenner lahm: Initiator hatte kürzere Sperrung beantragt
Mühlsteiger verwies gegenüber dem Merkur außerdem darauf, dass sein Antrag eine kürzere Sperre bis nur 17.30 Uhr beinhaltet habe. Die noch längere Dauer der Blockade sei eine Entscheidung der Behörden gewesen. Mit der Demonstration möchte der Bürgermeister der Forderung nach Lärmschutzwänden auf der Talseite der Luegbrücke Nachdruck verleihen. Gegen deren aktuell laufenden Neubau hatte sich die Gemeinde jahrelang vergeblich gewehrt und stattdessen für einen neuen Tunnel geworben. Wie der ORF berichtet, war die Demo ursprünglich nicht genehmigt worden, eine Beschwerde Mühlsteigers war dann erfolgreich.
Brenner-Sperrung in den bayerischen Pfingstferien: Bernreiter besorgt
Vor Mühlsteigers hatten sich zahlreiche Politiker kritisch geäußert. So hatte z. B. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA auf die Auswirkungen auf den Warenverkehr verwiesen. Es brauche mit der Sperre „nicht noch einen weiteren Knüppel zwischen die Beine der Logistikbranche“. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sogar eine Protestnote an Tiroler Landeshauptmann sowie den österreichischen Verkehrsminister gerichtet, wie mehrere österreichische und südtiroler Medien berichtet haben. Er befürchte „sehr schwerwiegende Folgen“ für den Verkehr zwischen dem Brenner und Verona.
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