„April, April, der weiß nicht, was er will“ – so heißt es in einem Gedicht von Heinrich Seidel. Gemeint ist das Aprilwetter: Gerade noch strahlender Sonnenschein, kann es kurz darauf schon dicke, schwarze Regenwolken, Wind oder sogar Hagel geben. Woran liegt das?
Im Frühling stellt sich das Wetter von Winter auf Sommer um. Im Winter ist das Wetter relativ beständig, die Meere und das Land sind relativ kalt. Wenn es im April durch großflächige Sonneneinstrahlung wärmer wird, erwärmt sich die Erde schnell. Die Meere und die oberen Luftschichten sind aber noch kühl. Durch den Temperaturunterschied entstehen starke Aufwinde über dem Land. Die sorgen für viele Tiefdruckgebiete, die schnell über Deutschland hinwegziehen. Sie bringen Regen und Wind – und sobald sie vorbeigezogen sind, scheint wieder die Sonne und es ist warm. Damit gibt es im April oft die ganze Bandbreite der Wetterphänomene zu beobachten. Mehrmals täglich kann das Wetter zwischen Sonne, Wolken, Regen und Hagel wechseln. Ganz besonders wechselhaft wird es, wenn sich über Nordwesteuropa ein stabiles Hochdruckgebiet befindet, aber gleichzeitig ein Tief über Skandinavien hängt.
„Eisheilige“ stehen für das Ende des Frosts
„Aprilwetter“ kann übrigens nicht nur im April auftreten. Auch schon Ende März gibt es oft besonders unbeständige Wetterlagen. Den letzten Frost gibt es häufig rund um die sogenannten „Eisheiligen“ in der ersten Maihälfte. Die Tage sind nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom („Kalte Sophie“) benannt und liegen zwischen dem 11. und 15. Mai. Eine alte Bauernregel besagt, dass es rund um diese Tage oft noch einmal kalt werden kann – danach muss man aber nicht mehr mit Frost rechnen. Tatsächlich war es vergangenes Jahr kurz vor den Eisheiligen noch einmal frostig in Südbayern. Allerdings beobachten Meteorologen immer häufiger, dass es im April bereits frühsommerliche Temperaturen gibt und die Eisheiligen ausbleiben.
„Super El Niño“ – besonderes Wetterphänomen im Sommer erwartet
Manche Experten erwarten für diesen Sommer einen sogenannten „Super El Niño“ – eine besonders starke Wetterwende. Hier lesen Sie, wie sich das Phänomen auf Bayern auswirken könnte.
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