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Was die Jäger in Bayern am neuen Jagdgesetz so ärgert

Jagdrecht

Was die Jäger in Bayern am neuen Jagdgesetz so ärgert

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    Bayerns Jäger bekommen ein neues Jagdgesetz - ausgerechnet der Jagdverband ist damit aber nicht glücklich.
    Bayerns Jäger bekommen ein neues Jagdgesetz - ausgerechnet der Jagdverband ist damit aber nicht glücklich. Foto: Philipp Schulze, dpa

    Es kann dauern im Land der Bayern, bis der politische Wille in ein Gesetz gegossen wird. Denn im Dickicht der Interessen hat sich schon mancher verirrt und mit Querschüssen ist bis zuletzt zu rechnen – was sich nicht zuletzt am neuen Bayerischen Jagdgesetz trefflich beobachten lässt. Dieses soll der Landtag nach langem Ringen im März beschließen - doch ausgerechnet jetzt gehen jene auf die Barrikaden, für die das Gesetz gemacht wird: Bayerns Jäger.

    Was Bayerns Jäger an neuem Jagdgesetz stört

    Just am rußigen Freitag schickte der Bayerische Jagdverband eine Mitteilung heraus, in der Präsident Ernst Weidenbusch den Gesetzentwurf harsch kritisierte. Dieser schaffe ein „Bürokratie-Monster“, weil er vorsieht, dass künftig für alle 12.800 Reviere im Freistaat forstliche Beurteilungen über den Zustand des Waldes vonnöten sind.

    Außerdem sollen die Jagd auf Rehwild bis in den April erlaubt und die Dachsjagd ausgeweitet werden. „Politik besteht aus Kompromissen, aber Kompromisse zulasten von Wildtieren, von Tierschutz und Mutterschutz sind nicht akzeptabel.“ Man sei nun äußerst gespannt, wie sich die Abgeordneten – insbesondere jene, die selbst Jäger sind – bei der Abstimmung verhalten werden, so der frühere CSU-Abgeordnete Weidenbusch, der natürlich genau weiß, dass er damit innerhalb der Regierungskoalition aus CSU und FW einen wunden Punkt trifft.

    Aiwanger und Kaniber haben sich lange übers Jagdgesetz gestritten

    Über nahezu nichts haben die Partner in den vergangenen Monaten beharrlicher gestritten als über das Jagdgesetz. Der für die Jagd zuständige Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) beharkten einander ausdauernd in aller Öffentlichkeit - hinter verschlossenen Türen soll es noch schlimmer gewesen sein. Mit Grausen erinnern sich altgediente Koalitionäre an die finalen Verhandlungsrunden. Als Jagdminister Aiwanger schließlich eine Einigung verkünden durfte, sprach er von einem „Erfolg für Jäger, Waldbesitzer, Landwirte und alle, die sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Natur einsetzen“. Nur, dass die Jäger das jetzt anders sehen.

    Unter den Abgeordneten freilich werde das Halali von Jäger-Chef Weidenbusch nur ein geringes Echo hervorrufen, sagt Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl, der selbst erkennbar geringe Lust hat, den mühsam ausgehandelten Kompromiss noch einmal aufzuschnüren. „Wir haben das jetzt zwei Jahre lang intensiv diskutiert – und es gibt wirklich wichtigere Probleme.“ Das Gesetz sei ein Kompromiss und habe als solcher Schwächen, räumt Streibl ein. Sein Rat an Jäger, die mit den verlängerten Abschusszeiten hadern: „Es ist kein Jäger gezwungen, diese Zeiten voll auszuschöpfen.“

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