Es gibt sie noch, die immateriellen Wünsche. Zumindest an Weihnachten steht bei vielen Menschen Schneefall ganz oben auf der Liste. In einer angespannten geopolitischen Lage versprechen Feiertage mit Schneeflocken, Schlittenfahrten und heißem Punsch in klirrender Kälte eine willkommene Auszeit. Doch wie wahrscheinlich ist eine weiße Weihnacht 2025?
Spätestens ab Mitte November zählt die Frage nach verschneiten Feiertagen zu den meistgestellten – und wie jedes Jahr bleibt die Antwort Wochen im Voraus vage. Eine belastbare Prognose für die Weihnachtstage 2025 in Bayern ist kaum möglich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hält sich erfahrungsgemäß mit Blicken in die meteorologische „Kristallkugel“ zurück.
Weiße Weihnachten 2025: Klimawandel verringert zunehmend Chancen auf Schnee
Denn der Klimawandel macht weiße Weihnachten zunehmend unwahrscheinlich. Wie der DWD in einem Bericht aus dem Jahr 2021 festhält, zeigt der Vergleich der Referenzperioden 1961–1990 und 1991–2020, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke an den Feiertagen im Deutschlandmittel um 13 Prozentpunkte, regional sogar um bis zu 44 Prozentpunkte gesunken ist. Insgesamt entspricht das einem Rückgang von rund 52 Prozent über drei Weihnachtstage hinweg. „Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen vertreibt die romantischen weißen Weihnachten Schritt für Schritt aus Deutschland“, kommentierte damals DWD-Sprecher Uwe Kirsche.
Bedeutet das, dass weiße Weihnachten zur reinen Erinnerung verblassen? Diplom-Meteorologin Magdalena Bertelmann vom DWD beantwortet diese Frage mit einem Augenzwinkern. In ihrem Bericht vom 25. Oktober 2025 mit dem Titel „Der Weihnachtsmann prüft die Wettervorhersage“ schreibt sie, dass „(sub)saisonale Vorhersagen keine exakte Prognose für die Weihnachtstage liefern, sondern lediglich zeitlich gemittelte und probabilistische Aussagen“. Die Chance auf weiße Weihnachten besteht also weiterhin – nur seriös vorhersagen lässt sie sich nicht.
Weihnachten 2025: Aktuelles Winterwetter in Bayern mit Schnee
Das Winterwetter mit Schneefall in Bayern Ende November hatte zumindest kurzfristig Hoffnung geweckt. Und auch statistisch wäre eine weiße Weihnacht längst wieder fällig. Wie wetter.de in einem aktuellen Artikel schreibt, kommt es im Schnitt etwa alle zehn Jahre zu einem winterlichen Einbruch rund um Weihnachten. Das letzte Mal, dass ganz Deutschland unter einer geschlossenen Schneedecke lag, war jedoch 2010 – wie der DWD 2023 analysierte.
Das Problem mit den Vorhersagen ist aber: Klassische Wettervorhersagen reichen maximal 14 Tage in die Zukunft – echte Weihnachtsprognosen waren damit frühestens Mitte Dezember möglich. Zwar existieren experimentelle Langfristmodelle wie die der US-Behörde NOAA oder das Europäische Langfristmodell (ECMWF), doch sie deuteten auf einen eher milden Dezember hin.
Wetterumschwung und Polarwirbel könnte weiße Weihnachten bringen
Ganz abschreiben muss man weiße Weihnachten dennoch nicht. Denn es gibt noch den Polarwirbel – ein Starkwindband, das normalerweise die Kälte über dem Nordpol hält, aktuell aber Anzeichen von Schwäche zeigt. Und diese deutet sich nun wieder pünktlich für Heiligabend an, wodurch die arktische Luft der Polarregion in Richtung Süden entweichen könnte.
Eine uneingeschränkt gute Nachricht ist die Schwäche des Polarwirbels jedoch nicht. Die Klimaerwärmung sorgt für mildere Winterwerte im Polargebiet, was den Effekt hervorruft. Ironischerweise könnte diese alarmierende Folge des Klimawandels die Möglichkeit eines weißen Winters in Mitteleuropa in Zukunft erhöhen.
Drei Tage vor Weihnachten hat der DWD es nun gewagt, eine Prognose für Weihnachten zu fällen: Trotz verhältnismäßig ruhigem und sehr mildem Wetter könnte der aktuelle Umschwung der Wetterlage zum Wochenstart hin tatsächlich die Chance auf weiße Weihnachten steigern. Grund dafür seien kalte Luftmassen aus Osten, die sich ihren Weg nach Bayern bahnen. Vor allem im Süden bringe das „Chancen auf etwas Schnee“.
Was bei den Experten technisch klingt – „ein kleines Höhentief führt feuchte Luftmassen heran und sorgt durch schwache Hebungsprozesse im Süden und Osten gebietsweise für schwache Niederschläge“ – könnte für Schneefans eine gute Nachricht sein. Denn weil die Temperaturen deutlich fallen, könnte der Niederschlag in höheren Lagen als Schnee zu Boden fallen. „Weiße Weihnachten (light)“ sei die treffende Bezeichnung mit Blick auf die kommenden Tage. Große Schneemengen wird es aber nicht geben, ist sich der DWD sicher, von maximal drei Zentimetern ist die Rede. DWD-Meteorologe Nico Bauer schreibt: „Eine genaue räumliche und zeitliche Eingrenzung ist aktuell noch nicht möglich. Welche Gebiete von den leichten Schneefällen getroffen werden, hängt letztendlich von der exakten Zugbahn des Höhentiefs ab.“
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