München, die Stadt, in der die politische Karriere des Massenmörders Adolf Hitler begann, soll nun auch einen besonderen Gedenkort erhalten, das an die monströsen Verbrechen der Nazis erinnert. Die weltweit erste Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel kommt nach München. Das hat die Gedenkstätte in Jerusalem am Donnerstag bekannt gegeben.
Yad Vashem ist die zentrale israelische Gedenkstätte zur Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Sie wurde 1953 durch ein Gesetz des israelischen Parlaments gegründet. „Yad Vashem“ bedeutet sinngemäß „ein Denkmal und ein Name“ und ist zugleich Museum, Forschungszentrum, Archiv und Bildungsstätte. Besucher erhalten dort einen umfassenden Einblick in die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch die Nazis. Besonders bekannt sind die „Halle der Namen“, in der Informationen über die Opfer gesammelt werden, sowie die Kindergedenkstätte zum Gedenken an die ermordeten Kinder.
Was Markus Söder in Yad Vashem versprochen hat
Yad Vashem wird jedes Jahr von mehr als einer Million Menschen besucht, wenn deutsche Politiker in Israel weilen, gehört es zum Pflichtprogramm. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war zuletzt im Dezember 2023 dort - nur zwei Monate nach dem Überfall der Hamas, der auch in Deutschland eine Welle des Antisemitismus nach sich gezogen hat. Bei seinem damaligen Besuch gab Söder ein Versprechen: „Wir stehen fest an der Seite Israels. Bayern schützt jüdisches Leben für immer."
Zu den wichtigsten Aufgaben von Yad Vashem gehören die Sammlung von Zeitzeugenberichten, Fotos, Dokumenten und persönlichen Gegenständen sowie die wissenschaftliche Erforschung des Holocaust. Darüber hinaus ehrt die Gedenkstätte Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Juden geholfen und dabei oft ihr eigenes Leben riskiert haben. Diese Menschen werden als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Heute gilt Yad Vashem weltweit als eines der bedeutendsten Zentren für Holocaust-Erinnerung, historische Forschung und Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Rassismus.
Bayern hatte sich ebenso wie Nordrhein-Westfalen und Sachsen sehr um die Ansiedlung der weltweit ersten Außenstelle bemüht, die in Leipzig eine Filiale erhält. In München soll das Bildungs- und Erinnerungszentrum innerhalb von drei Jahren im Umfeld des NS-Dokumentationszentrums und des israelischen Generalkonsulats – am Karolinenplatz – angesiedelt werden: also im einstigen sogenannten Parteienviertel der NSDAP.
Bayerische Politiker begrüßen die Entscheidung für München
Bayerische Politikerinnen und Politiker von CSU, FW, Grünen und SPD werteten die Entscheidung für München als große Ehre. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: „Die Entscheidung zeigt unsere enge Beziehung zur jüdischen Gemeinde und zu Israel. Bayern wird für Yad Vashem ein gutes Zuhause sein.“ Seine Stellvertreterin Ulrike Scharf (CSU) wies auf die große Bedeutung der Bildungsstätte auch für Bayern hin: „Mit unermüdlicher Bildungsarbeit und Prävention setzen wir uns gegen jegliche Form von Antisemitismus ein. Die Saat des Hasses darf nie wieder aufgehen.“ In den vergangenen Jahren nahmen in Bayern antisemitische Vorfälle rasant zu.
Der aktuelle Jahresbericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Bayern nennt für das vergangene Jahr 1550 Vorfälle, das ist noch einmal ein leichter Zuwachs gegenüber 2024 und mehr als doppelt so viel wie 2023. Scharf bezeichnete diese Entwicklung gegenüber unserer Redaktion vor Kurzem als alarmierend.
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