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Apotheken in Deutschland: Streik um Finanzierung

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Zahlreiche Apotheken schließen sich bundesweitem Streik an – auch Bayern betroffen

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    Im Streit um die Finanzierung der Apotheken geht es vor allem um das packungsbezogene Honorar.
    Im Streit um die Finanzierung der Apotheken geht es vor allem um das packungsbezogene Honorar. Foto: Waltraud Grubitzsch, dpa (Symbolbild)

    Im gesamten Bundesgebiet planen Apotheken, am 23. März geschlossen zu bleiben. Davon betroffen ist auch Bayern. Der Vorwurf seitens der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lautet: Unterfinanzierung. Apotheken würden durch die Politik „kaputtgespart“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

    Alle Filialen seien durch die Landesapothekerverbände aufgerufen, sich dem bundesweiten Protesttag anzuschließen. Zudem sind zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in München, Berlin, Hannover und Düsseldorf geplant. Das hat die Mitgliederversammlung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Mittwoch, 25.02., beschlossen. Zusätzlich ist am Montag (23. Februar) eine bundesweite Online-Petition gestartet.

    Apotheken-Streik am 23. März: Zankapfel ist packungsbezogenes Honorar

    „Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert. Deswegen mussten seit 2013 fast 20 Prozent der Apotheken schließen. Und ein Ende der Schließungswelle ist nicht absehbar“, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis zu dem Streit um die Vergütung. Konkret geht es um das sogenannte packungsbezogene Honorar. Im Koalitionsvertrag war noch die Rede von einer Erhöhung von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung. Preis fordert die Politik dazu auf, zu liefern. Und warnt: „Unter den Schließungen der Apotheken leiden Patientinnen und Patienten, denn ohne eine Apotheke vor Ort wird die Versorgungslage für viele Menschen kritisch. Das können wir uns nicht leisten, erst recht nicht mit Blick auf den demografischen Wandel und die erforderliche Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung.“

    Auch etwaige Pläne der Politik, eine zeitweise Leitung der Apotheken ohne Apothekerin oder Apotheker zu ermöglichen, werden in der Pressemitteilung stark kritisiert.

    Insbesondere in den ländlichen Regionen Deutschlands ist das sogenannte Apotheken-Sterben bereits Realität. Ein Landkreis bei Augsburg hat die geringste Apothekendichte Deutschlands. Eine Auflistung der ABDA vom Ende des Jahres 2025 ergab, dass 502 Apotheken allein im vergangenen Jahr schließen mussten. Nur 62 Filialen seien neu eröffnet worden. Das sei das niedrigste Niveau seit fast 50 Jahren. Bundesweit gebe es demnach Stand Ende 2025 16.601 Apotheken.

    Apotheken-Sterben in Deutschland: Gründe dafür sind vielschichtig

    Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Die Tagesschau nennt in einem Beitrag mehrere: steigende Personal- und Sachkosten, Lieferengpässe und den Fachkräftemangel. Zudem würden sich Pharmazeuten heute vermehrt für eine Karriere in der Industrie oder in Krankenhäusern entscheiden. Auch die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden haben sich weiterentwickelt. Viele setzen auf Online-Dienste statt auf den Gang in die lokale Filiale.

    Die Menschen Bayerns können sich am 23. März auf einen nur sehr eingeschränkten Apothekenbetrieb einstellen. Die Versorgung wird jedoch durch Notdienst-Apotheken aufrechterhalten.

    Eine Apotheke gehört für viele Menschen zu ihrem Heimatort dazu. Das hat nicht nur mit den Medikamenten zu tun. Lesen Sie hier einen Kommentar dazu:

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