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Test "Acer Iconia Tab W500": Der Traum einer perfekten Symbiose

Test "Acer Iconia Tab W500"

Der Traum einer perfekten Symbiose

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    Mit dem Acer Iconia Tab W500 begeben sich die Taiwanesen auf ungewohntes Terrain.
    Mit dem Acer Iconia Tab W500 begeben sich die Taiwanesen auf ungewohntes Terrain. Foto: Sebastian Hrabak

    Der Traum einer perfekten Symbiose von Mini-Laptop und modernen Tablet ist allgegenwärtig. Denn – sind wir mal ehrlich – wer möchte schon trotz schicken Designs auf einem iPad oder ähnlichem einen ellenlangen Text schreiben? Und auf der anderen Seite auf das kinderleichte Surfen mit diesen Geräten verzichten. Ganz genau: NIEMAND! Zu unhandlich ist die virtuelle Tastatur, mit der das Zehn-Finger-Schreiben zu einen Graus werden kann. Das Internetsurfen mit einem Netbook kann allerdings ebenso zur Qual werden. Aus diesem Grund ist die Entscheidung des taiwanesischen Unternehmens Acer nur allzu gut nachzuvollziehen, ein Zwitterform auf den Markt zu bringen: Das Acer Iconia Tab W500. Tablet auf der einen, Netbook auf der anderen Seite. So weit, so gut…

    Die Ladezeiten sind auch beim tabletoptimierten "Acer Ring" im Gegensatz zur Konkurrenz zu lang.
    Die Ladezeiten sind auch beim tabletoptimierten "Acer Ring" im Gegensatz zur Konkurrenz zu lang. Foto: Sebastian Hrabak

    Auf den ersten Blick hält man mit dem Acer Iconia Tab also ein gewöhnliches Tablet in der Hand. Wie bei seinen Kollegen funktioniert die Bedienung über einen Touch-Bildschirm. Der Unterschied gegen die Mehrzahl der Konkurrenten ist allerdings, dass sich der Hersteller gegen die Betriebssysteme von Apple und Google entschieden hat, die den Markt dominieren. Im Iconia W500 kommt Microsofts Windows 7 in der Home-Edition zum Einsatz. Das Positive daran: Windows-Kunden müssen sich also mit dem Tablet nicht umgewöhnen und können sofort loslegen. Auch gewöhnliche Programme, die auf jedem Microsoft-Rechner problemlos laufen, fühlen sich auch auf dem Tab wohl.

    Microsoft muss endlich wieder zulegen

    Allerdings ist das Microsoft-Betriebssystem für den Einsatz in einem Gerät, das mit Touch-Screen betrieben wird, suboptimal. Zu klein sind die Icons, auch die virtuelle Tastatur ist zu klein, schwerfällig zu bedienen und verschwindet zuweilen plötzlich. Läuft also bei Motorola Xoom (Test: Motorola Xoom)in Verbindung mit Android bei der Bedienung schon nicht alles glatt, wird diese Unhandlichkeit und Trägheit zumindest im Tablet-Betrieb mit Windows 7 noch gesteigert. Acer versucht dieses Manko zu kompensieren und hat mit "Acer Ring" ein optimiertes Programm für den Tablet-Einsatz programmiert. Diese Entscheidung verhindert jedoch nicht, dass die Bedienfreundlichkeit weit hinter der drückend überlegenen Konkurrenz zurückbleibt. Die Frage, wieso die Entwickler trotz der eklatanten Schwächen nicht auf ein anderes Betriebssystem ausgewichen sind, muss sich Acer gefallen lassen. Denn Microsoft hat zweifellos einen gesamten Geschäftsbereich munter verschlafen; hätte es noch einen Beweis dafür gebraucht, dann stünde das Iconia Tab W500 wohl sinnbildlich für dieses Manko.

    Nicht Fisch, nicht Fleisch

    Doch es gibt ja auch noch ein anderes Einsatzgebiet, mit dem die Taiwanesen bei ihrem Publikum punkten möchten. Denn das Iconia Tab ist – wie eingangs erwähnt – ein Zwitter. Mittels Docking-Station lässt sich an das Tablet per USB-Verbindung eine Tastatur anbringen. In kürzester Zeit wird so also aus einem Tablet ein schnuckliges Netbook; so jedenfalls die Theorie. Steckt der Bildschirm einmal auf der Halterung, lässt er sich vollständig über die Tastatur bedienen. Ein roter Knopf simuliert die Maus; der Cursor bewegt sich damit ansprechend über den Bildschirm, auch wenn er natürlich eine Laser-Maus nicht ersetzen kann. Die Tastatur macht generell einen guten Eindruck; zu einem herkömmlichen Netbook ist dabei kein Unterschied zu erkennen.

    Lediglich zwei kleine Stifte und der USB-Stecker halten das Tablet auf der Docking-Station.
    Lediglich zwei kleine Stifte und der USB-Stecker halten das Tablet auf der Docking-Station. Foto: Sebastian Hrabak

    Mit einem vollwertigen Laptop darf man das Iconia Tab sicherlich nicht vergleichen, ist die Zielsetzung ganz klar die, ein Zwitter zwischen Netbook und Tablet zu sein. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass die Docking-Station nicht mit denen am Büro-Arbeitsplatz verglichen werden darf. Denn bisweilen hat man schon Bedenken, dass das schwere Gerät einfach nach hinten aus der Halterung bricht. Unglücklich ist dann allerdings, dass das Gewicht eines Tablets nicht würdig erscheint. Fast ein Kilo bringt das Gerät auf die Wage (ohne Docking-Station). Hier gönnen sich die Kollegen weit weniger.

    Anschlüsse satt, Docking-Station matt

    Der Sinn für das Iconia Tab W500 wird also auch durch die Verwandlung zum Netbook nicht schlüssig. Zu schwerfällig ist Windows 7, zu wackelig die Docking-Konstruktion, als dass man mit den Komponenten ein erstklassiges Arbeiten abseits des Büro-Schreibtisches erwarten kann. Hier ist ein klassisches Netbook, das es zudem für wesentlich weniger Geld gibt, eine bessere Wahl.

    Einzig die Anschlüsse sind am Acer-Gerät üppig vorhanden. SD-Karten-Slot, USB, HDMI - alles was das Herz begehrt. Da kann sich Apples iPad 2 (Test: Apple iPad 2) eine Scheibe abschneiden. Generell gibt es an der Verarbeitung des Touch-Pads nichts zu mäkeln. Hier haben die Entwickler wirklich acht gegeben, dass sich alle Komponenten wertig anfühlen. Auch die Tastatur der Docking-Station ist angenehm. Lediglich dem Dock selbst bringt man nicht so viel Vertrauen entgegen. Egal, ob man das Tablet draufsteckt oder ob es montiert ist, man hat immer das Gefühl, dass man gleich zerbrechendes Plastik sieht.

    Fazit:

    Mit dem Iconia Tab W500 hat Acer einen mutigen Vorstoß in ein Marktsegment gewagt, das sicherlich noch viel Potential bietet. Eine Zwitterlösung, die alle Vorteile aus dem Netbook- und dem Tablet-Bereich in einem Gerät bündelt, dürfte eine große Käuferschicht haben. Zudem ist in diesem Genre auch Branchen-Primus Apple noch nicht vertreten, was den Marktanteil generell steigern dürfte.

    Ist das Iconia-Tablet auf die Docking-Station gesteckt, verwandelt es sich zu einem Netbook.
    Ist das Iconia-Tablet auf die Docking-Station gesteckt, verwandelt es sich zu einem Netbook. Foto: Sebastian Hrabak

    Umso verwunderlicher ist es, dass die Entwickler auf das unhandliche und nicht für den Tablet-Gebrauch entwickelte Windows 7 von Microsoft gesetzt haben und damit ein mehr als lahmes Tablet auf den Markt brachten. Mit dieser Entscheidung beraubten sie sich trotz erstklassiger Idee selbst um die Lorbeeren. In dieser Form macht es besonders für einen beruflich darauf angewiesenen Benutzer keinen Sinn, das Gerät zu kaufen; vor allem weil Acer beim Preis von rund 600 Euro nicht gerade zimperlich ist.

    Für den Fun-Faktor reicht weder Design noch Handling des Tablets. Hier spielt die Konkurrenz nicht nur in einer anderen Liga, sondern gar in einer anderen Galaxis. Besonders Apples iPad 2 genießt einen Style-Bonus, der zum Vergleich von Gisele Bündchen mit Cindy aus Marzahn anregt: Gisele iPad auf der einen Seite, Cindy Iconia gegenüber...auch in Sachen Gewicht.

    Dennoch: Das Acer Iconia Tab ist für eine bestimmte Zielgruppe der Weg in die richtige Richtung. Die Umsetzung hat beim ersten Versuch zwar noch etliche Macken aufzuweisen. Das sollte die Entwickler allerdings nicht entmutigen. Schafft es Acer, die Bedienungsfreundlichkeit auf ein besseres Level zu heben und beim Style eventuell etwas weniger bieder daherzukommen, dann gelingt es vielleicht den Taiwanesen sich in diesem Marktsegment gegenüber der Konkurrenz zu behaupten. Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden.

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