Haunsheim: Traumjob Försterin: Diese Frau steht in Haunsheim im Wald
Haunsheim
Traumjob Försterin: Diese Frau steht in Haunsheim im Wald
Felicitas Lunzner hat einen Beruf, den nur wenige in ihrem Alter haben. Sie leitet ein Forstrevier, und zwar das von Haunsheim. Wo ihr Lieblingsplatz liegt.
Felicitas Lunzer hat einen besonderen Job: Sie leitet das Forstrevier in Haunsheim. Foto: Michael Lindner (Symbol)
Während man nach dem Abitur von vielen hört, dass der Berufswunsch „irgendwas mit Medien“ ist, dachte sich Felicitas Lunzner: irgendwas im grünen Bereich. Eher zufällig ist sie durch ein Praktikum bei der städtischen Forstwirtschaft Augsburg auf die Forstwirtschaft gekommen und war sofort begeistert. Die 31-Jährige hat in Rottenburg Forstwirtschaften studiert und nach einem Anwärterjahr und der Staatsprüfung durch ihre sehr guten Leistungen eine Stelle bei der Forstverwaltung bekommen.
Warum Felicitas Lunzer so gerne im Haunsheimer Wald arbeitet
Die Aufgaben sind vielfältig: „Neben der Betreuung von Gemeindewäldern, beraten wir auch Privatwaldbesitzer, machen Waldführungen für dritte Klassen und sorgen dafür, dass das Waldgesetz eingehalten wird“, sagt sie. Und auch alles Weitere, das den Wald betrifft, fällt in Lunzners Berufsfeld.
Felicitas Lunzner hat keinen gewöhnlichen Beruf: Sie ist die Leiterin des Forstreviers Haunsheim. Foto: Lutzner
Auch privat ist die 31-Jährige gern im Wald unterwegs und geht wandern. Eine weitere Leidenschaft: das Jagen. Es ist zwar keine Dienstaufgabe, allerdings benötigen Angestellte der Forstverwaltung das Wissen im Kontakt mit der Jagdbehörde, wenn sie beispielsweise den Verbiss im Wald beurteilen müssen. „Verbiss“ entsteht, wenn das Wild Bäume anfrisst, das stellt vor allem ein Problem für Jungbäume dar. Das ist beispielsweise ein Thema im Wittislinger Wald, weswegen dort vermehrt geschossen werden darf.
Welches Wissen eine Försterin braucht
Das Basiswissen für den Jagdschein wird bereits im Studium vermittelt, es fehlt dann also nur noch der praktische Teil. „Man muss nur auf eine Scheibe schießen, nicht auf Tiere“, versichert sie, „Man hat beruflich mehr Chancen mit Jagdschein, weil eben dieses Wissen über Wild und Jagd vorhanden ist.“ Tatsächlich schießen muss man beruflich aber nicht. Auf die Frage, welche Probleme sie in unseren heimischen Wäldern feststellt, sagt Felicitas Lunzner: „Es sind Probleme, für die man eigentlich kein Heilmittel hat“, denn das Eschentriebsterben im Auwald, das von einem Pilz ausgelöst wird, kann nicht verhindert werden. Auch der Borkenkäfer stellt ein Problem dar.
Außerdem sind die Folgen des Klimawandels schier unaufhaltsam, durch Mischwälder mit möglichst vielen verschiedenen Baumarten wird der Wald resistenter. „Die Trockenheit und heiße Sommer machen dem Wald zu schaffen. Wir Förster müssen mit verschiedenen Maßnahmen versuchen, den Wald stabil zu bekommen“, sagt die 31-Jährige. Darum sei der Beruf auch so wichtig.
Wenn man so viel Zeit in der Natur verbringt wie Lunzner, finden sich viele schöne Ecken. Lieblingsplätze hat die Revierleiterin sogar gleich zwei: am Hochbehälter in Haunsheim und eine Anhöhe in Zöschingen. „An beiden Plätzen hat man einen sehr schönen Blick über den Landkreis und kann außerdem die Vielfalt der Wälder sehen“, sagt sie.