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Höchstädt
25.01.2021

Der neue Höchstädter AWO-Heimleiter ist jetzt Corona-Krisenmanager

Stefan Hintermayr ist Gesamtleiter der AWO-Seniorenheime in Höchstädt und Mertingen. Zurzeit nimmt der Kampf gegen Corona einen großen Teil seiner Arbeitszeit in Anspruch.
Foto: Berthold Veh

Plus Stefan Hintermayr führt das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt in Höchstädt. Nach dem turbulenten Impfstart berichtet er, wie Heim bisher durch die Pandemie kommt.

Der Corona-Impfstart im Landkreis Dillingen war an jenem 27. Dezember des vergangenen Jahres turbulent. An diesem Sonntagvormittag hätten die ersten Senioren im Landkreis Dillingen im Heim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Höchstädt gegen Covid-19 geimpft werden sollen. Weil es aber Unsicherheiten gab, ob die Kühlkette bei der Verteilung des Impfstoffs eingehalten worden war, zog Landrat Leo Schrell zunächst die Notbremse.

Für die Einführung des neuen Heimleiters war noch keine Zeit

Der Impfstart begann schließlich erst am frühen Abend. Mittendrin in den Vorbereitungen: der Leiter des AWO-Seniorenheims, Stefan Hintermayr. Unaufgeregt organisierte er mit Pflegedienstleiterin Patricia Rieger und dem Impfteam des Landkreises die Abläufe.

Dass es bei der Arbeiterwohlfahrt in Höchstädt und Mertingen einen neuen Gesamtleiter gibt, dürfte den meisten Leserinnen und Leser unserer Zeitung unbekannt gewesen sein. Wir hatten über die Verabschiedung der langjährigen Heimleiterin Maria Fischer-Niebler berichtet. Die Vorstellung von Hintermayr, der seit dem 15. Oktober 2019 Chef der Einrichtungen in Höchstädt und Mertingen ist, ging aber unter. „Wir haben das schlichtweg vergessen“, sagt Hintermayr. Denn seit dem Start des Augsburgers, der inzwischen in Diedorf wohnt, gab es schnell ein Hauptthema: Corona. „Es ging ziemlich schnell mit der Pandemie los, ich war auf einmal Krisenmanager“, sagt Hintermayr und schwärmt von seinem Team um die Pflegedienstleiterinnen Patricia Rieger und Regina Cabrales (Mertingen), die ihn nicht nur im Kampf gegen Corona voll unterstützt hätten. Der ausgebildete Altenpfleger, der seit dem Jahr 2000 bei der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt ist und über die Stationen Wohnbereichsleiter und Pflegedienstleiter vor elf Jahren Heimleiter wurde, lobt die Einrichtungen in Höchstädt und Mertingen als „besonders gute Häuser“. Die Mitarbeiter seien „spitze“.

Das Höchstädter Heim hatte bisher Glück

In der Pandemie habe das Höchstädter Heim „Glück gehabt“, dass sich kein Bewohner mit Covid-19 infiziert hat. Dafür sei aber auch mit Tests und einem Hygienekonzept eine Menge getan worden. Als es um den Impfstart im Landkreis ging, habe er gehofft, „dass wir gleich drankommen“, so Hintermayr. Am Montag voriger Woche haben seinen Worten zufolge die Zweitimpfungen in Höchstädt begonnen. Im Seniorenheim leben 92 Menschen. „Fast alle lassen sich impfen“, erläutert Hintermayr. Und bei den rund 50 Mitarbeitern habe die Anzahl der Impfwilligen anfangs bei etwa 50 Prozent gelegen. Die Impfquote steigt, sagt der Heimleiter. „Wir sind gegen einen Impfzwang, aber natürlich versuche ich, die Mitarbeiter dazu zu motivieren.“ Dass Bewohner wegen Corona in Intensivstationen gebracht werden müssen, soll unbedingt verhindert werden.

Hintermayr hält es für wichtig, dass Angehörige die Senioren besuchen können, denn der Gesprächsbedarf sei groß. „Ohne negativen Corona-Test kommt aber niemand zu uns ins Haus“, sagt der Heimleiter. Die Bewohner, die mobil sind, können auch nach Hause abgeholt werden. Eine Corona-Depression sei bei Senioren im Höchstädter AWO-Heim nicht ausgebrochen, denn in der Einrichtung sei auch in diesen Zeiten für ein Unterhaltungsprogramm gesorgt – mit Maske und Abstand in den Wohnbereichen und den Zimmern.

Hintermayr hofft auf die Zeiten nach der Pandemie

Seine neue Aufgabe hatte sich der 53-jährige Vater von fünf Kindern, wie er selbst sagt, anfangs natürlich anders vorgestellt. „Corona nimmt bald 75 Prozent der Arbeit ein“, schätzt Hintermayr. Wenn das Telefon klingle, sei es meist von vorneherein klar, dass es um Covid-19 gehe. Deshalb hoffe er, dass die Pandemie in absehbarer Zeit in den Griff zu bekommen ist. Hintermayr sagt: „Wir wollen wieder ein offenes Seniorenheim sein.“

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