Schwungvoll rollt er den Hefeteig. Sechs Stränge entstehen innerhalb von Sekunden. An den mehlig-weißen Händen bleibt der zähe Teig nicht kleben. Rechts, links, unten und ein Strang drüber – der Zopf ist fertig. Ein Sechstrang, wie er nur an Ostern und auf Bestellung gemacht wird. Perfekt geformt liegt das Hefegebäck vor Matthias Neuhold, der erst kürzlich zum schnellsten Bäcker Bayerns gekürt wurde.
Knopfsemmeln, Brezeln, Zöpfe und Mohnbrötchen kann der 23-jährige Bäckergeselle, der bei der Bäckerei Salzmann in Höchstädt arbeitet, im Schlaf rollen. Nicht mehr als zwei Minuten und 30 Sekunden braucht er im Ernstfall, um 25 schöne Brezeln zu schlänzen.
Die Konkurrenz bei der bayerischen Meisterschaft war hart. Gegen sechs andere Bäcker, darunter eine Bäckerin, ist er angetreten. „Die Frau war richtig fix und meine größte Konkurrenz“, erinnert sich Matthias Neuhold. Mit Elan habe sie auf den Teig eingedroschen, um ihn in die richtige Form zu bringen. Brezen und Mohnzöpfe hatte sie schnell fertig, aber zu Matthias Neuholds Glück, zählte nicht nur die Schnelligkeit, sondern auch das Aussehen der Teigwaren. Bei den Knopfsemmeln legte er vor und trug schlussendlich den Sieg davon.
Der Wettbewerb hat sich für den jungen Bäckergesellen lang hingezogen, bis klar war, dass er der schnellste in ganz Bayern ist. Bereits vor zwei Jahren fand der Vorentscheid in Kempten statt. Den musste er gewinnen, um in die nächste Runde zu kommen.
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