Duschen in Zeiten von Corona, das geht oft nur zu Hause. In vielen öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Sporthallen zumindest kann man sich wegen der zu hohen Infektionsgefahr derzeit nicht waschen. So ist es auch in der Lauinger Stadthalle. Doch Stadtrat Gerhard Frieß, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und Sportreferent, hat da seine Bedenken.
In der jüngsten Sitzung meldete sich Frieß deshalb mit einem Wortbeitrag zum Thema: „In vier Wochen ändert sich das Wetter, es wird kälter. Da ist es eine Zumutung für die Kinder, nach dem Sport ohne zu duschen heimzufahren.“ Er wünsche sich, dass das Hygienekonzept für die Duschen in der Halle überarbeitet wird. „Ich weiß, das ist ein schwieriges Unterfangen. Aber es gibt Möglichkeiten“, so Frieß weiter. Gerade mit Blick auf die bald wieder stattfindenden sportlichen Wettkämpfe sei es wichtig, dass die Duschen wieder zugänglich seien. „Zu einem Hygienekonzept gehört sich waschen dazu.“
In der Stadthalle sollen Maßnahmen ergriffen werden
Als Grundlage für seine Forderung dient Frieß das bayerische Ministerialblatt der Ministerien des Innern, für Sport und Integration sowie für Gesundheit und Pflege. Darin sind bestimmte Voraussetzungen aufgelistet, unter denen Duschräume in Sportstätten geöffnet werden dürfen: So soll etwa nur jedes zweite Waschbecken in Betrieb genommen und wirksamer Spritzschutz zwischen den Duschplätzen eingebaut werden. „Es gibt fünf Duschen. Wenn wir jede zweite verwenden, können wir drei in Betrieb nehmen“, sagt Frieß. „Ich möchte eindringlich dafür werben, dass Maßnahmen ergriffen werden.“ Das Hygienekonzept solle man schnellstmöglich ändern. „Mit etwas Selbstdisziplin der Sportler und einem anderen Konzept sollte das doch machbar sein.“
Würde ein Spritzschutz in der Lauinger Halle genügen?
Frieß, als Zahnarzt in Lauingen tätig, ist auch dieser Hinweis wichtig: „Es gibt nicht nur Corona, sondern auch andere Erreger.“ Bei den unbenutzten Duschen müsse man etwa darauf achten, dass sich keine Legionellen bilden.
Bürgermeisterin Katja Müller (CSU) will das Thema mit dem zuständigen Sachbearbeiter im Landratsamt besprechen und sobald wie möglich Anpassungen am Hygienekonzept durchführen. „Ich weiß aber nicht, wie lang das dauert“, so Müller. Frieß greift daraufhin nach und wiederholt: „Ein Spritzschutz würde genügen.“ Und Müller entgegnet: „Aber eben nicht immer. Wir prüfen das.“
Grünen-Rat Engelbert Kigele brachte daraufhin den Vorschlag vor, der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) könne sich doch in Form einer Anfrage darum kümmern. „Das betrifft ja den ganzen Sport“, so Kigele, selbst Mediziner. Alternativ könnten sich die Städte im Landkreis einfach zusammenschließen und auf das Gesundheitsamt in Dillingen zugehen, damit dieses allgemeine Beschlüsse fasst. Bürgermeisterin Müller scheint da jedoch Vorbehalte zu haben: „Wenn das über das Landratsamt gehen soll, dann geht das nicht schnell.“
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