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Musik: Warum lernen Kinder noch die Blockflöte?

Musik

Warum lernen Kinder noch die Blockflöte?

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    Für den einen Traum, für den andern Trauma: Wer ein Instrument lernen will, der fängt meist mit der Blockflöte an. Zwei Musiklehrerinnen erklären, wieso sich das Instrument für Einsteiger besonder eignet.
    Für den einen Traum, für den andern Trauma: Wer ein Instrument lernen will, der fängt meist mit der Blockflöte an. Zwei Musiklehrerinnen erklären, wieso sich das Instrument für Einsteiger besonder eignet. Foto: Musikschule

    Schlagzeug, E-Gitarre oder Klavier: Es gibt viele Instrumente, die bei Kindern beliebt sind. Auch, weil sie "cool" sind. Und ja, auch die Blockflöte liegt noch im Trend. Das sagen auf jeden Fall zwei Musiklehrerinnen aus dem Landkreis Dillingen. Und die müssen es wissen.

    Heute ist der Tag der Blockflöte, der seit 2007 gefeiert wird. Frau Wörle, Frau Mayr-Hof, wieso haben Sie die Blockflöte gelernt?

    Mayr-Hof: Für mich war sie ein Einstiegsinstrument, ganz klassisch. Das hat sich dann durch mein Leben gezogen. Ich hatte lang selbst Unterricht und in meiner Tätigkeit als Lehrerin habe ich die Blockflöte dann recht schnell an meine Schüler weitergegeben.

    Ich habe eigentlich mit der Querflöte begonnen, als ich mit zwölf Jahren der Stadtkapelle beigetreten bin. Später habe ich dann ein berufsbegleitendes Studium auf der Blockflöte absolviert.

    Wieso ist ausgerechnet die Blockflöte für Einsteiger geeignet?

    Mayr-Hof: Sie stellt blastechnisch nicht so große Anforderungen an die Musiker wie andere Blasinstrumente, die man so kennt. Blechblasinstrumente wie die Trompete sind technisch deutlich anspruchsvoller. Dadurch ist die Flöte auch für Kleinkinder vom technischen Aufwand her recht leicht zu lernen.

    Wörle: Außerdem sind die Anschaffungskosten günstiger. Eine Trompete kostet ein paar hundert Euro, eine sehr gute Blockflöte bekommt man schon für 50 Euro oder weniger. Zum Ausprobieren ist das sehr gut. Denn viele Eltern wollen erst einmal abwarten, ob ihrem Kind Musik überhaupt Spaß macht und es talentiert ist. Der Erfolg ist dann relativ schnell hörbar. Mit drei oder vier Tönen können Kinder die ersten Lieder spielen, meistens Weihnachtslieder. Das motiviert zum weitermachen.

    Schnelle Erfolge kann man beispielsweise mit einer Gitarre aber auch erreichen. Viele Lieder setzen sich schließlich nur aus wenigen Akkorden zusammen.

    Mayr-Hof: Die meisten Kinder fangen im Vorschulalter mit einem Instrument an. In dem Alter ist der Erfolg bei anderen Instrumenten nicht so schnell zu hören wie bei einer Blockflöte. Natürlich kann ein Gitarrist schnell ein Lied zupfen, aber eine richtige Melodie zu lernen, ist auf einer Gitarre oder auch auf einem anderen Blasinstrument in solch einem kurzen Zeitraum schwierig. Das liegt an den griff- und blastechnisch höheren Anforderungen dieser Instrumente. Das schafft man nur mit der Blockflöte.

    Interessieren sich Kinder denn überhaupt für die Blockflöte? Oder ist sie nur ein Mittel, um schnell ein anderes Instrument lernen zu können?

    Wörle: Das Interesse ist sehr groß. In Wertingen haben wir viele Lehrer dafür und wir bewerben das Instrument auch sehr. Außerdem gibt es oft Gruppenunterricht. So ist auch der soziale Aspekt gegeben.

    Lernen die Kinder dann noch weitere Instrumente?

    Mayr-Hof: In der Regel entscheiden sie sich nach zwei bis drei Jahren für ein anderes Instrument. Trompete, Gitarre, Geige oder etwas anderes. Während sie die Blockflöte lernen, haben sie die Gelegenheit, alle Instrumente kennenzulernen. Sie entscheiden dann relativ schnell, was ihnen Spaß machen könnte.

    Die Musiklehrerinnen Karolina Wörle und Heike Mayr-Hof (von links) von der Wertinger Musikschule unterrichten die Blockflöte.
    Die Musiklehrerinnen Karolina Wörle und Heike Mayr-Hof (von links) von der Wertinger Musikschule unterrichten die Blockflöte. Foto: Musikschule

    Welche Instrumente sind besonders beliebt?

    Wörle: Bei uns liegen Gitarre und Blasinstrumente im Trend. Letzteres liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Schule die Ausbildung für die Stadtkapelle und andere Blaskapellen übernimmt und viele Kinder später im Orchester in ihrer Heimat mitspielen wollen.

    Also ist die Blockflöte nur ein Einstiegsinstrument?

    Mayr-Hof: Die wenigsten entscheiden sich dafür, die Blockflöte weiterzuverfolgen. Einfach, weil sie sehen, dass sie mit Trompete oder Klarinette viel eher in einem Orchester mitspielen können.

    Das sind unserer Interviewpartner:

    Karolina Wörle, Geschäftsführerin der Wertinger Musikschule und Lehrerin für Block- und Querflöte. Sie ist außerdem Orchesterleiterin.

    Heike Mayr-Hof ist die Schulleiterin der Musikschule in Wertingen und ebenfalls Lehrerin für Blockflöte sowie Klarinette. Auch sie leitet ein Orchester und ein Ensemble.

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