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Landkreis Dillingen

06.04.2021

Studie läuft: Wie erträglich sind Masken für die Kinder?

Ein kleines Mädchen mit Maske in der Kirche an Ostern.
Foto: Zoepf (Symbol)

Eltern aus dem Landkreis Dillingen beteiligen sich und berichten über Nebenwirkungen. Was die Gesundheitsamtsleiterin sagt.

Bei Kindern und Jugendlichen häufen sich Narrative über Beschwerden durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Deshalb hat die Universität Witten/Herdecke ein Online-Register aufgebaut, in dem Eltern, Ärzte und Pädagogen ihre Beobachtungen zu den Auswirkungen eintragen konnten. Über 25.000 Fragebögen aus ganz Deutschland erreichten das Co-Ki-Team (Corona-Kinderstudien). Auch zahlreiche Eltern aus dem Landkreis Dillingen beteiligten sich, wie die Partei „Die Basis“ mitteilt, an dieser neuartigen Studie.

Erste Ergebnisse, die der Partei vorliegen, zeigen laut Pressemitteilung auf, dass 68 Prozent der Kinder über das Tragen von Masken klagen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Gereiztheit (60 Prozent), Kopfschmerzen (53 Prozent), Konzentrationsschwierigkeiten (50 Prozent) weniger Fröhlichkeit (49 Prozent), Schul- und Kindergartenunlust (44 Prozent), Unwohlsein (42 Prozent), Beeinträchtigungen beim Lernen (38 Prozent) und Benommenheit/Müdigkeit (37 Prozent). Zudem entwickelten 25 Prozent neue Ängste.

Im Schulbus und in der Pause

Johanna Kratzer aus Buttenwiesen, eine Teilnehmerin der Studie, beobachtet mit Sorge die Entwicklung: „Es gibt bis heute keinen Unbedenklichkeitsnachweis, und trotzdem werden unsere Kinder seit Monaten genötigt, stundenlang Masken zu tragen.“ Selbst im Freien während der Schulpausen und im Bus müssten Masken getragen werden. „Grundschüler sind viel zu jung, um selbst zu erkennen, wann sie die Masken abnehmen müssen, um Sauerstoff zu atmen“, stellt die gelernte Erzieherin fest. Für eine gesunde Entwicklung sei die non-verbale Kommunikation von enormer Bedeutung, die durch die Maske verhindert werde. „Unsere Kinder dürfen nicht teilen, sich nicht berühren, nicht kuscheln, nicht singen, keine Botendienste mehr übernehmen.“

Kratzer fragt sich: „Warum wird bei den Jüngsten, die nachweislich am wenigsten am Infektionsgeschehen beteiligt sind, am härtesten vorgegangen?“ Viele Eltern wünschten sich, dass ihre Kinder unbefangen und unbeschwert in der Schule lernen dürfen. Eltern aus Wertingen, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten ebenfalls von gravierenden Folgen des Maskentragens, steht es in der Pressemitteilung: „Unsere Kinder leiden unter Albträumen, in denen sie unter der Maske keine Luft mehr bekommen und zu ersticken drohen. Sie wachen schweißgebadet auf.“

Müde und aggressiv nach der Schule

Körperliche Anzeichen stellt Familie Milojevic bei ihrem siebenjährigen Sohn, der die erste Klasse der Grundschule Bachhagel besucht, fest: „Seit er Maske tragen muss, kommt er müde und aggressiv nach Hause.“ Er habe Schwierigkeiten, sich anzupassen und seinen Platz in der Klasse zu finden. „So geht es vielen anderen Kindern auch.“ Armin Keiß aus Zöschingen begrüßt die Kinderstudie. Er hat im vergangenen Herbst eine Petition initiiert, die eine Maskenfreiheit für Grundschüler im Landkreis während des Unterrichts einfordert. Über 550 Eltern haben laut Pressemitteilung unterschrieben.

Petition eingereicht

Die Petition wurde Landrat Leo Schrell und Landtagsabgeordneten Georg Winter übergeben. Die Leiterin des Dillinger Gesundheitsamts, Dr. Uta-Maria Kastner, hat dagegen auf Nachfrage unserer Zeitung wiederholt mitgeteilt, dass es aus ihrer Sicht „keine belastbaren Erkenntnisse durch wissenschaftliche Untersuchungen oder Studien gibt, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Kindern durch die Maske dokumentieren“. Der CO2-Gehalt in der eingeatmeten Luft steige durch das Tragen einer Maske nicht. „Die Moleküle müssen durch die kleinsten Zellschichten der Lunge diffundieren, da schaffen sie es auch durch die Maske“, erklärte Kastner. Immerhin bestehe diese aus Vliesen, Baumwolle und anderen durchlässigen Materialien. „Zu einem CO2-Anstieg kann es nur kommen, wenn man sich eine luftdichte Tüte über den Kopf zieht“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin. (pm, dz)

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