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Haunsheim

18.01.2019

Umweltschutz: Haunsheim hat hohe Ziele

Umweltschützer sorgen sich um den hohen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf dem Feld.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbol)

Der Ort will die erste pestizidfreie Kommune im Landkreis Dillingen werden. Die Weichen sind bereits gestellt. Aber es gibt noch einiges zu tun.

Als erste Gemeinde im Landkreis Dillingen gehört Haunsheim zu den rund 50 pestizidfreien Kommunen in Deutschland. Mit drei Gegenstimmen wurde bei der jüngsten Ratssitzung beschlossen, die vom Bund Naturschutz (BN) vorgegebenen Schritte zur anerkannten pestizidfreien Kommune festzuschreiben, obwohl in Haunsheim bereits seit Jahren auf gemeindlichen Flächen keine Pestizide ausgebracht werden.

Unter anderem verpflichtet sich die Gemeinde, folgende BN-Vorgaben durch den Beschluss einzuhalten: Bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen; bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte zu initiieren; bei der Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag zu verankern; private Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung zur pestizidfreien Bewirtschaftung anzuhalten und Bürger über die Bedeutung von Biodiversität in der Kommune informieren und gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzeigen.

Auch die Sanierung der Turnhalle war Thema im Gemeinderat

Vor dieser Entscheidung unterrichtete Stadtbaumeister Günter Urban von der VG Gundelfingen das Ratsgremium über die endgültig angefallenen Kosten für die Generalsanierung der Zacharias-Geizkofler-Schulturnhalle, die bereits seit November des vergangenen Jahres für den Betrieb freigegeben worden war. Demnach belaufen sich die Gesamtkosten der Sanierung auf 940000 Euro, was einer Steigerung von rund 3,7 Prozent gegenüber dem Kostenvoranschlag von 905537 Euro bedeute. Architekt Martin Endhardt erklärte dazu in seinem Sachstandsbericht gegenüber den Ratsmitgliedern, dass die Mehrkosten hauptsächlich auf die notwendigen Dacharbeiten zurückzuführen seien. Nachdem Stadtbaumeister Urban die endgültigen Kosten der einzelnen Gewerke vorgestellt hatte, stellte der Gemeinderat in einer Beschlussfassung fest, die Mehrkosten für die Sanierung der Schulturnhalle anzunehmen.

Umweltschutz: Haunsheim hat hohe Ziele

Wie steht es um den Hochwasserschutz?

Im weiteren Sitzungsverlauf stellte Diplom-Geograph Ralph Prediger vom Ingenieur-Büro Arnold Consult AG in einem ausführlichen Vortrag die Planungen des von ihm entwickelten HQ-100-Hochwasserschutzkonzepts Zwergbach für die beiden Ortsteile Haunsheim und Unterbechingen vor. Bürgermeister Christoph Mettel unterrichtete die Ratsmitglieder zuvor, dass mit der heutigen Sitzung ein Projekt für die nächsten zehn Jahre in Angriff genommen werde. Dabei solle mit diesem Vortrag das Ratsgremium erst einmal mit dem Konzept und der Notwendigkeit des Hochwasserschutzes vertraut gemacht werden.

Darüber hinaus sei die Konzepterstellung notwendig, um überhaupt eine Förderung beantragen zu können. Diese liege bei den Bau- und Planungskosten bei 65 Prozent, beim Zusammenschluss als interkommunale Maßnahme bei 75 Prozent. Ralph Prediger begann seinen Vortrag mit der Gegenüberstellung von verschiedenen Standorten der Rückhaltemöglichkeiten und der Beschaffenheit der Brücken über den Zwergbach in Unterbechingen und Haunsheim. Demnach müssten an allen Brücken bauliche Maßnahmen welcher Art auch immer durchgeführt werden, um für ein HQ 100 durchlässig zu sein. Nach der Erörterung von verschiedenen Rückhalteszenarien verwies Prediger darauf, dass sich abhängig von der Vorzugsvariante im Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Syrgenstein der Bau eines Rückhaltenaturbeckens mit Damm oberhalb von Unterbechingen, eines beim Mühlgraben und eines unterhalb von Unterbechingen mit Einbeziehung des Steinbruchs in Haunsheim als Ausleitungsmöglichkeit als optitimale Lösung des Hochwasserschutzes HO 100 darstelle.

Die Kosten für den wie im Konzept vorgetragenen HQ-100-Hochwasserschutz betragen laut Diplom- Geologe Prediger grob geschätzt rund drei Millionen Euro. Das geschätzte Schadenspotenzial in Haunsheim und Unterbechingen wird mit mindestens 6,7 Millionen Euro veranschlagt.

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